Sonntag, 31. Oktober 2021

Glücksmomente 07-21: Granola-Schlemmerei und Altstadt-Bummelei

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbst genähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:

Granola-Glück

Geschafft! Wir haben die erste Woche nach den Herbstferien überstanden. Und deshalb ist es Zeit für eine kleine Lockerungsübung, die man regelmäßig ausführen sollte, wenn man eine Herausforderung erfolgreich gemeistert hat. Männer haben darin in der Regel Routine, wir Frauen sollten diese Übung häufiger praktizieren. Ihr müsst Euch dazu nicht extra in Euer Sportoutfit werfen und braucht dazu keine weiteren Hilfsmittel wie Hanteln oder Yogamatte. Sie dauert maximal 30 Sekunden, ist aber in der Wiederholung - am besten mehrmals pro Woche - sehr effektiv.


Mein Granola - Rezept folgt gleich


Seid Ihr bereit? Gut. Ihr nehmt Euren rechten Arm (bei Linkshändern bietet sich der linke Arm an), führt ihn in einem hohen Bogen an Eurem Kopf vorbei, als würdet Ihr nach den Spinnweben an der Decke greifen wollen, und legt ihn sanft auf Eurer linken (bei Linkshändern ist es die rechte) Schulter ab. Und jetzt kräftig in kurzen Abständen klopfen. 24-mal hoch und runter, gern auch häufiger. Genau, klopft Euch mal beherzt auf die Schulter. Vielleicht könnt Ihr Euch selbst dabei auch noch ein Lächeln schenken. Fortgeschrittene schieben dabei anerkennend die Unterlippe nach vorn, ziehen die Mundwinkel nach unten und murmeln ein leises "Gut gemacht". 


Und wenn Ihr einer anderen Frau begegnet, die für diese Übung keine Zeit, keinen Kopf, keinen Nerv hat, weil ihr grad alles viel zu viel ist - in einigen Fällen trifft das auch auf Männer zu -, klopft auch ihr/ihm mal freundlich, aber bestimmt auf die Schulter: "Klasse, wie du das alles geschafft hast." Funktioniert übrigens auch bei Kindern oder bei Fremden, nur sollten dann Eure Arme lang genug sein, um den geforderten 1,50-Meter-Abstand einzuhalten.





Das tut soo gut und bringt gerade bei Beschwerden sofortige Erleichterung, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wenn wir diese Übung regelmäßig anwenden, trainieren wir unseren Selbstfürsorge-Muskel, der im Alltag häufig zu wenig beachtet wird und sich dadurch verkürzt. Also legt am besten sofort damit los: Bitte klopfen!



Alles muss man selber machen: DIY-Schulterklopfen



Ich habe heute Morgen bereits beide Schultern ordentlich durchgeklopft. Die erste Woche nach den Ferien war wieder mal eine Herausforderung für uns alle, obwohl wir im schulischen Re-Start bereits jahrelange Routine haben. Wer sich über die Zeitumstellung beklagt - die jetzt ja auch noch dazukommt - ‚ weil der Rhythmus kurzzeitig durcheinandergerät, hat noch nie den Wechsel von Ferien- zu Schulalltag erlebt. Er ist so ähnlich wie der erste Arbeitstag nach einem dreiwöchigen Urlaub für die meisten Berufstätigen - nur eben viel schlimmer. 


Es hat etwas von Jetlag, wenn aufgrund des Schulstarts sowohl die Abende um mindestens eine Stunde verkürzt werden, da der Morgen danach um mindestens zwei Stunden früher beginnt, weil wir alle pünktlich mit geputzten Zähnen das Haus verlassen müssen - und das auch noch komplett angezogen (Pyjama mit Mantel drüber gilt nicht). Bei mir hatte diese Alltagsumstellung die unerwünschte Nebenwirkung, dass ich die ersten drei Tage voll auf Koffein mit Hafermilch war. 





Weil ich unnötige Hektik hasse wie die Pest - heute: Corona -, befolgen wir im Schulalltag 

5 goldene Anti-Schulalltagsstress-Regeln
  • I. Schulsachen abends packen: Die Mäuse räumen ihre Schulsachen stets am Abend vor dem kommenden Unterrichtstag in ihre Ranzen. Ich habe ihnen dazu Ablagefächer besorgt, die wir mit Etiketten beklebt haben. Jedes Schulfach hat seine eigene Ablage, in der Mappen, Hefte und Bücher übersichtlich aufbewahrt werden. So fällt es den Mäusen leichter, Ordnung zu halten sowie ihre Ranzen schnell, eigenständig und korrekt nach Stundenplan zu packen. Auch die Sportbeutel, Kunsttaschen oder beispielsweise Badmintonschläger stellen wir abends bereits griffbereit neben die Haustür.




  • II. Kleidung abends raussuchen: Die Mäuse legen ihre Kleidung für den nächsten Tag stets am Abend zuvor selbst raus. Aus Gründen: Um Zeit und Diskussionen zu sparen, warum ihre Lieblingsjeans schon wieder in der Wäsche sind (weil halt schmutzig), ihre Lieblingsshirts nicht mehr auffindbar (weil halt schmutzig und schon wieder in der Wäsche), wird bei der Kleiderwahl nichts mehr dem morgendlichen Zufall überlassen. Die Mäuse brauchen inzwischen ein bisschen mehr Zeit für die Auswahl ihrer Garderobe (weil halt zu viel Shopping-Queen mit Mama geguckt) - und die haben wir ausschließlich abends.




  • III. Brotdosen abends füllen: Die Brotdosen der Mäuse befüllen wir ebenfalls am Vorabend des nächsten Schultags. Während wir das Abendessen zubereiten, belege ich gleichzeitig auch die Schulbrote der Mäuse. Auch Beeren, Trauben, Cracker, Gurken und weiteres Gemüse wandern dann in ihre Brotbüchsen, die ich über Nacht im Kühlschrank aufbewahre. Birnen, Bananen oder zum Beispiel Äpfel schneide ich jedoch morgens lieber frisch, weil sie sonst "bäääh-dunkel" werden. Und das nicht in filigran geschnitzte Sterne, wie so häufig bei Mama-Bloggern gesehen, sondern quadratisch, praktisch, gut-is. 




  • IV. Mittagessen vorkochen: Für die Tage, an denen ich bis mittags arbeite, koche ich abends meistens vor. Und zwar Gerichte, die sich leicht beziehungsweise schnell aufwärmen lassen: Suppen, Pasta und zum Beispiel Aufläufe. Unsere Kinder sterben fast vor Hunger - zumindest simulieren sie das laut und anschaulich -, wenn sie fast gleichzeitig mit mir nach Hause kommen. Und mir fehlen dann in der Mittagshektik zwischen Hausaufgaben und Vereinsprogramm die nötige Ruhe sowie Konzentration, um beim Kochen auf Mengenangaben oder Bräunungsgrad zu achten - womit ich ja sogar am Wochenende Schwierigkeiten habe.  
  • V. Wichtigste Regel: Vor den Kindern aufstehen: Vor den Kindern, nicht mit und besser nicht nach den Kindern aufstehen. Ich brauche täglich einen Vorsprung von mindestens 15 Minuten, in denen ich bereits wach bin, bevor die Mäuse ihre Augen aufschlagen. Deshalb stelle ich mir meinen Wecker etwas vor auf "Me-Time", für die es übrigens genau wie für "Snooze" ab Werk eine eigene Taste geben sollte. In dieser Zeit für mich atme ich kurz ein und aus, überfliege online die Zeitung und lese meine Mails. Dann bin ich gewappnet für das erste "Mamaaaaaaaaa".

Und weil das mit den fünf goldenen Regeln meist nur in der ersten Woche vorbildlich klappt, haben die Mäuse bereits ab Woche 2 hin und wieder kein gesundes Pausenbrot dabei, schmeiße ich manchmal mittags schnell Dosen-Ravioli in den Topf und fahre gelegentlich im Pyjama mit Mantel drüber meine Kinder zur Schule.    





Mein tägliches Frühstücksmüsli stelle ich mir übrigens auch abends zusammen - wenn ich es nicht vergesse. Mein Granola, also Knuspermüsli, mache ich seit Langem selbst, weil wir fast immer alles selbst machen (müssen) und ich zudem beim Einkaufen noch keine Hafer-Honig-Nuss-Mischung gefunden habe, die soo lecker ist. Hier habe ich endlich mal wieder ein Rezept für Euch:

Goldenes Granola




Zutaten:

(für mehrere Frühstücksmahlzeiten)

  • 200 Gramm gemischte Nüsse
  • 500 Gramm Haferflocken (zart oder grob, Dinkel - je nach Geschmack)
  • 100 Gramm Sonnenblumenkerne
  • 100 Gramm Kürbiskerne
  • 100 Gramm Kokosraspeln
  • 50 Gramm Mandeln
  • 200 Gramm Honig (flüssig)
  • 100 Milliliter Olivenöl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Esslöffel Zimt 




Zubereitung: 


Ihr vermengt alle Zutaten in einer Schüssel mit einem Löffel oder den Händen. Dann verteilt Ihr die Masse  auf einem Backblech, das Ihr zuvor mit Backpapier ausgelegt habt. Nun röstet Ihr die Mischung bei 170 Grad (Ober-/ Unterhitze) auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen und wendet sie zwischendurch immer wieder. Und zwar so lange, bis Euer Granola goldbraun ist (das dauert etwa 15 Minuten). Anschließend lasst Ihr das Knuspermüsli auf dem Backblech abkühlen und füllt es in Gläser oder andere Aufbewahrungsbehälter. 




Bei der Auswahl der Nüsse, Samen beziehungsweise Kerne sind Eurem Geschmack keine Grenzen gesetzt. Trockenfrüchte sollten jedoch erst nach dem Rösten hinzugefügt werden. Ich esse mein Granola am liebsten mit Obst und Skyr, Quark oder Joghurt. Ihr könnt es aber zum Beispiel auch einfach mal zwischendurch naschen.




Göttingen-Glück


Mein Mann war die ganze Zeit über, als sich hierzulande Lockdown an Lockdown reihte, nicht im Home Office. Wir waren auch zum Glück noch nicht in Quarantäne. Ich glaube, das sollte ich an dieser Stelle erklären, bevor ich die nächsten Zeilen schreibe. Denn wäre mein Mann monatelang im Home Office oder tagelang in Quarantäne gewesen und ich mit ihm, würde ich folgende Zeilen eventuell nicht unbedingt schreiben: Ich freue mich, dass ich am Freitag mit meinem Mann von morgens bis nachmittags satte sieben Stunden lang zusammen war. Und zugleich allein, denn die Mäuse waren in der Schule beziehungsweise nach dem Unterricht bei Freunden. Beide gleichzeitig, was bei uns in etwa den Seltenheitswert einer 0:5-Niederlage der Bayern gegen Gladbach besitzt. 





Händchen haltend spazierten wir in seltener Zweisamkeit zunächst durch einen Baumarkt. Das hatte mein Mann als Alternative vorgeschlagen, nachdem ich mich vehement geweigert hatte, mit ihm an unserem  Date-Day zur Abfallentsorgungsanlage zu fahren. Zum Zahnarzt wollte er nicht mit mir und auf Kellerentrümpelung hatte ich wiederum keine Lust. Romantik können wir.





Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Göttingen. Das war schließlich meine Idee: Ich hatte mir einen Ausflug gewünscht. Unseren ersten Ausflug ohne Kinder seit elf Jahren. Ohne Rucksäcke voll Proviant und Wechselkleidung, ohne Pipi-Pause in Minute 8 auf der Autobahn, ohne "Mama, wann sind wir endlich da?" in Minute 14 und  ohne "Papa, mir ist schlecht, fahr mal rechts ran" in Minute 23. 







Nonstop fuhren wir beide zu unserem Ziel, das wir in Minute 45 ausnahmsweise mal pünktlich erreichten, und schlenderten durch die kleinen Gassen der Göttinger Altstadt. In dem sehr hübsch zurechtgemachten Café Onkel Gino am Kornmarkt bestellte ich eine Frühstücksbowl mit Früchten, bevor wir zwei ganz in Ruhe durch die Geschäfte bummelten. Ohne ein "Papa, kann ich das, das oder das haben?" und "Mama, ich muss schon wieder auf Toilette."



Hübsch und lecker ist es hier: im Café Onkel Gino am Kornmarkt in Göttingen



Richtig schön war das. Ob zwischen Farbenregalen im Baumarkt oder Fachwerkhäusern in historischen Städten, ob mit Kindern oder ohne: Romantik können wir immer noch. Schließlich erreichen wir bald  die zehnmillionste Minute unserer Beziehung (ich habe jede einzelne gezählt). Und das ohne einzigen Zwischenstopp - denn zum Glück musste keiner von uns beiden bisher mal eben austreten.                



Romantische Grüße,

Sarah



*Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für eine Stadt, ein Café sowie unter anderem Ranzen. Sämtliche Orte haben wir frei ausgesucht und freiwillig besucht, sämtliche Speisen sowie Produkte haben wir selbst ausgewählt und wie immer selbst bezahlt.






Samstag, 23. Oktober 2021

Glücksmomente 06-2021: Hamburg mit Hugo, Halloween mit Harry Potter

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbst genähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:


Halloween-Glück

Ich mag ja den Herbst so ein klitzekleines bisschen. Mehr aber auch nicht. Und immer erst dann, wenn ich draußen den Garten, die Terrasse und den Balkon winterfest und drinnen alles gemütlich habe. Dann finde ich Herrn Herbst ganz nett, vor allem wenn er so mild und golden daherkommt, wie in diesen Tagen. 

  • Wenn unsere Holzlieferung eingetroffen und verräumt ist, 
  • die Oleander und Olivenbäume vor Frost geschützt sind, 
  • wenn meine Sonnenliege samt Polster wieder auf dem Dachboden steht 
  • und mein Balkonsessel im Wohnzimmer, 
  • wenn die Mäuse mit Mützen, Schals sowie Handschuhen eingedeckt 
  • und unter anderem unsere Büsche eingekürzt sind, 
  • wenn mein Mann im Oktober unsere Autoreifen gewechselt hat,
  • dann kann es herbstlich stürmen, regnen und so richtig ungemütlich kalt werden, während ich vor dem Ofen sitze, lese, schreibe, mit den Mäusen bastele und neuerdings Hafermilch-Kaffee trinke.




Die Mäuse mögen den Herbst seeeehr - vor allem die Zaubermaus. Denn sie liebt es, neben unserem Hund Oscar vor dem Ofen zu sitzen und stundenlang zu lesen - derzeit vor allem meine sieben Harry-Potter-Bände, die ich bereits als Studentin eigens für meine späteren Kinder aufbewahrt habe. Auch der Mäuserich hat nun mit Harry Potter begonnen. Weil beide gleichzeitig noch im Halloween-Fieber sind, haben wir unsere alljährliche Kürbisschnitzaktion dem kleinen Zauberlehrling gewidmet. 

Für die Maus war das jedoch nur der Auftakt ihres großen DIY-Halloween-Marathons in mehreren Etappen: 





  • Unsere Treppe dekorierten sie gemeinsam mit bunten Ratten aus Karton, deren Vorlage  die Mäuse eigenhändig im Internet fanden und ausdruckten. 
  • Beim Einkaufen suchte die Zaubermaus Mandarinen aus, die sie mithilfe eines Filzstiftes in kleine Kürbisse verwandelte.    



  • Aus Kaffeefiltern und Wäscheklammern bastelte meine Große bunte Fledermäuse, indem sie die Kaffeefilter mit der Schere halbierte, die Hälften erst mit Filzstift bemalte, bevor sie auf diesen mit einem Pinsel so lange Wasser verteilte, bis sich die Farben vermischten. Die Kaffeefilter steckte die Maus schließlich an die Wäscheklammern, auf die sie kleine Fledermäuse aus einer Bastelvorlage geklebt hatte.



  • Und aus Holzperlen, über die die Maus quadratische Stoffreste und Servietten legte, welche sie mit einem Faden umwickelte sowie mit zwei Augen beklebte, wurden kleine Gespenster. 






Und ich durfte ihr nicht ein einziges Mal dabei helfen. Nicht mal einen Knoten durfte ich binden, auch nicht ein Schnipselchen ausschneiden oder den Kleber suchen, geschweige denn halten. Nun gut, sie ist ja auch schon elf und geht in die fünfte Klasse. Freundlich, aber bestimmt hat mich die Tochter MEINES Basteltisches verwiesen. Das übrigens nicht zum ersten Mal. Heul. Freu. 

Mir blieb also wieder einmal nichts anderes übrig, als in Ruhe diesen Beitrag hier zu schreiben. Schließlich wurde ich dann aber doch noch gebraucht: Als sich die minikleinen Papier- und Stoffreste über den ganzen Tisch verteilt hatten, Filzstiftdeckel und ganze Scheren nicht mehr auffindbar waren, als der Kleber dicke Tropfen auf dem Teppich hinterlassen hatte und der Permanent-Marker dicke Streifen auf ihrem Pullover, da war ich wieder gefragt. Das Aufräumen, Putzen und Waschen klappt mit Mamas Hilfe nämlich immer noch am besten. Freu. Heul. 


Hamburg-Glück

Vier Paar Socken, zwei Hosen, zwei Pullis, zwei T-Shirts, Unterwäsche, eine Fleecejacke, maximal zwei Paar Schuhe, ein Regenmantel, eine Mütze und höchstens noch ein Pyjama: So lautete die Packliste meines Mannes für unseren Städtetrip nach Hamburg in den Herbstferien. Für jeden von uns. Sogar für mich. Für vier Tage. Mehr durften wir laut seiner Anweisung dieses Mal nicht mitnehmen, obwohl sich mein Mann nie in die Auswahl meiner Klamotten einmischt(en darf). 



Hugo


Kein Vorzelt, kein Dekokram, kein Waffeleisen, nicht mal unser Milchaufschäumer, keine 38 Schleichpferde samt Reitstall und auch nicht die 64 Hot-Wheels-Auto inklusive Waschanlage und Garage - dafür verzichtete auch er schließlich auf seinen Grill. Seine Begründung für diese extrem strenge Vorgabe: 18 Jahre Beziehung, davon zwölf Jahre Ehe und somit zahlreiche Reisen mit mir. Ob bei einwöchigen Flugreisen ohne Kinder, aber mit vier Koffern und zwei Reisetaschen (das Gepäck meines Mannes nicht mitgezählt) - oder unseren Campingurlauben mit einer Wohnwagen-Achse, die sich bedenklich in Richtung Fahrbahn bog: Immer zahlten wir für Übergepäck drauf oder waren in Panik, wegen Überladung aus dem Verkehr gezogen zu werden. 





Das sollte bei unserem Kurztrip in meine absolute Lieblingsstadt anders werden. Zwar hatten wir uns zunächst offengehalten, im Anschluss an unsere Tour durch Hamburg noch mal für drei Tage spontan weiter ans Meer zu fahren, weshalb ich ein paar Wäschestücke und Gummistiefel zusätzlich einpackte - doch an der Anzahl seiner Pullover und unter anderem Unterhosen wollte mein Mann trotzdem nichts ändern. Da blieb er so stur, dass ich mich doch tatsächlich gezwungen sah, ein paar frische Buxen an ihm vorbei in die Kabelbox zu schmuggeln. 




Zunächst sah es noch gut aus für meinen Mann und seine Überladungsphobie. Bei unserem Spaziergang durch das malerische Treppenviertel in Blankenese fand ich tatsächlich ausnahmsweise mal nichts, weil ich viel zu sehr mit der Suche nach Stars und Sternchen beschäftigt war, die in diesem Stadtteil wohnen. 



Blankenese


Bei unserem Bummel durch die Innenstadt am nächsten Tag gestaltete sich das dann schon anders - obwohl wir zeitlich begrenzt waren, weil wir mittags einen Tisch im Ahoi von Steffen Henssler reserviert hatten (geschickt von meinem Mann eingefädelt). 



Ahoi



Lachs-Bowl


Bei Ankerkraut deckte ich mich mit kleinen Gewürz- und Teegläsern ein, die ich seit Jahren für all unsere Gerichte benutze. Bei Maisons Du Monde erstand ich für die Mäuse zwei Kakaotassen, die sie bereits am Abend im Wohni einweihten. 



Hamburg City


Als Andenken an die spannende, köstliche, absolut empfehlenswerte 90-minütige Führung, die wir nachmittags durch das Schokoladenmuseum Chocoversum by Hachez machten, nahmen wir unsere selbst gemachte Schokolade sowie zwei Kakaowürfel mit, die die Kinder so gern in heiße Milch tauchen. 



Schokoladenmuseum





Selbst gemachte Schoki





Nach unserem traditionellen Besuch des Miniatur Wunderlandes in der Speicherstadt kaufte sich der Mäuserich am nächsten Vormittag ein kleines Auto mit seinem Namen als Erinnerung.



Miniatur Wunderland

Elbphilharmonie


Skandinavien



Frankreich


In der verführerisch duftenden Speicherstadt Kaffeerösterei direkt nebenan tranken wir anschließend  Kaffee beziehungsweise Kakao, während wir  den Röstmeistern bei der Arbeit zusahen. Hier deckten wir uns mit unseren Lieblingskaffeesorten und einem echten Kaffeesack ein, den ich hier zu Hause nun als Einlage für unseren Kaminholzkorb verwende.







Speicherstadt Kaffeerösterei


Danach ging’s zu den St.-Pauli-Landungsbrücken. In dem schnuckeligen Restaurant Brücke 10 aßen wir wie jedes Mal mit Blick auf die riesigen Schiffe frische Fischbrötchen. Die Maus suchte sich noch einen Turnbeutel mit Anker aus, bevor es  zurück zum Stellplatz ging. 



Schellfischposten ohne Ina


Wir kamen noch für ein Erinnerungsfoto vorbei an Hamburgs ältester Seemannskneipe Schellfischposten, wo Ina Müller regelmäßig ihre Gäste empfängt - ich liebe ja „Inas Nacht“ - und fuhren zu unserem kleinen, aber feinen Campingplatz direkt an der Elbe. 



Unser Campingplatz an der Elbe




Voller Freude über die Kapazitäten unseres Wohnis und erstaunt über die Möglichkeiten, die sich bieten, wenn man nicht mehr Kleidung als wirklich nötig mitnimmt, verstaute ich am vierten Tag all unsere Mitbringsel für die Rückfahrt, weil wir uns aufgrund der Wetterlage gegen die Weiterfahrt entschieden hatten.





Unsere allererste Städtetour mit Wohnwagen war ein voller Erfolg: Mit leerem Wohnwagen waren wir angereist, mit gut gefüllten Fächern kamen wir zurück. Mein Mann wird sich in Zukunft sicherlich überlegen, ob das so herum wirklich besser ist oder er nicht doch vielleicht mehr Wechselwäsche einpackt. 





Das Wichtigste jedoch ist, dass unsere Köpfe voller Inspirationen und Erinnerungen sind, die wir auch auf dieser Tour wieder gesammelt haben. Und die haben wir jedes Mal ganz deutlich vor Augen, in der Nase beziehungsweise im Mund, wenn die Mäuse ihre heiße Schokolade aus ihren neuen Lieblingstassen trinken und wir unsere duftende Kaffeemischung Hamburger Hafen genießen. 





Schokoladige Grüße,
Sarah

*Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für Restaurants, Museen, diverse Shops, Bücher, Cafés samt Kaffee, eine Fernsehsendung und unter anderem Spielzeugmarken. Sämtliche Orte haben wir frei ausgesucht und freiwillig besucht, sämtliche Produkte selbst ausgewählt und wieder einmal auch selbst bezahlt.

Sonntag, 7. Oktober 2018

Glücksmomente 05-2018: Gegrillt und geschnappt

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbstgenähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. 

Drei bis fünf meiner  Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:

Pizzaglück


Zu trocken, zu wenig und noch dazu falsch belegt oder zu spät geliefert: Mit Pizza vom Lieferservice waren wir bisher nie so ganz zufrieden. Seit einigen Jahren machen wir unsere Pizza daher am liebsten selbst. Das kostet zwar Zeit, spart aber auch viel Geld. Und es ist so herrlich gemütlich. Ich liebe es, wenn wir bei unserem heimischen Pizzabuffet in Jogginghose und Kapuzenpulli am Esstisch sitzen, vor uns nebeneinander vier ganz unterschiedlich belegte Pizzen, die wir Stück für Stück probieren. So auch jetzt wieder.




Wir haben lange gesucht und viel ausprobiert, bis wir Rezepte für den - nach unserem Geschmack - perfekten Teig und eine grandiose Sauce gefunden haben. Schließlich wollten wir Pizza wie bei unserem Lieblingsitaliener essen, jedoch ohne dafür unser Haus zu verlassen. 




Nach unzähligen Versuchen hat mein Mann herausgefunden, wie dünn er den Teig ausrollen muss, damit unsere Pizza zugleich kross und weich genug für Mäusezähnchen ist. Und ich weiß nach ähnlich vielen Versuchen endlich, welche Kräuter in der Sauce von den Mäusen akzeptiert (Oregano, Basilikum, Petersilie) - und welche mit angewidertem Blick akribisch an den Tellerrand sortiert werden (Rosmarin, Thymian). 

Früher hat mein Mann unsere Pizza im Ofen zubereitet (das geht auf unterster Stufe bei 250 Grad auch super), heute backt er unsere Pizza draußen auf dem Grill (genauer gesagt: im Grill - wir haben einen mit Deckel). Denn nachdem wir den ganzen Sommer über Würstchen, Steaks und Gemüse gegrillt haben, stehen bei uns beim Herbst-Winter-Grillen eher Pizza und Braten auf dem Programm.

Drei unserer wichtigsten Tricks, die wir nicht nur beim Pizza-Grillen im Kugelgrill, sondern auch beim Pizza-Backen im Ofen anwenden: 
  • Ich verwende italienisches Pizzamehl (Typ 00), das unter dem Namen "Farina Special per Pizza" in vielen Lebensmittelgeschäften zu finden ist. 
  • Ich lasse die Sauce sehr lange auf dem Herd köcheln, bis sie ordentlich eingedickt ist.
  • Ich gebe ein paar Tropfen Olivenöl auf die fertig belegte Pizza, bevor wir sie auf den Grill geben oder in den Ofen schieben.
  • Ich nehme am liebsten Mozarrella, den wir - in Stückchen gezupft - auf der Pizza verteilen.
  • Wir achten auf die Reihenfolge beim Belegen: Auf den Teig kommt erst die Sauce, dann der Käse und schließlich Schinken oder Salami, Tomatenscheiben, Paprika, Mais und zum Beispiel Peperoni.

Rezept für unsere DIY-Pizza: 

(ergibt etwa sechs große Pizzen) 

Teig 
(angelehnt an ein Rezept von BBQ Pit, das ich leicht abgewandelt habe)


Nein, das sind nicht meine Hände. Sie gehören meinem Mann.

Zutaten: 
  • 800 Gramm Pizzamehl Typ 00
  • 400 Milliliter warmes Wasser
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 60 Milliliter Olivenöl
  • 2 Teelöffel Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Teelöffel getrockneter Oregano

Zubereitung:


Ihr gebt zunächst die Hefe in das warme Wasser, fügt dann alle weiteren Zutaten hinzu und vermengt alles miteinander. Entweder knetet Ihr den Teig etwa 15 Minuten lang mit der Hand oder mehrere Minuten lang mit dem Knethaken Eures Handmixers beziehungsweise Eurer Küchenmaschine. Wenn der Teig geschmeidig ist, lasst Ihr ihn in der Schüssel etwa zwei Stunden an einem warmen Ort gehen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Dann formt Ihr mit bemehlten Händen sechs gleich große Pizzen (etwa drei Millimeter dünn) aus dem Teig. Kleiner Tipp: Wer mag, kann die übrigen Teigportionen auch in kleinen Gefrierbeuteln bis zu einer Woche im Kühlschrank lagern, um ein weiteres Mal Pizza zu backen. Oder sie einfrieren und später bei Bedarf wieder auftauen.

 Sauce:

(angelehnt an ein Rezept aus der WDR-Kochsendung Kochen mit Martina und Moritz)




Zutaten:
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 große Dose geschälte Tomaten
  • 2 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Rosmarinzweig
  • 3 Petersilienstängel
  • 1 Teelöffel getrockneter Oregano
  • Salz
  • Pfeffer
Zubereitung: 

Ihr schneidet Zwiebel sowie Knoblauch in kleine Stückchen und dünstet sie in einem flachen Topf oder einer Pfanne an - sie dürfen jedoch keine Farbe annehmen. Dann gebt Ihr alle weiteren Zutaten hinzu, lasst die Sauce einmal kurz aufkochen und dann bei niedriger Hitze etwa 20 Minuten lang köcheln, bis sie zu einer dicken, streichfähigen Masse geworden ist und extrem lecker duftet. Den Rosmarinzweig entferne ich, bevor ich die Sauce gleichmäßig dünn auf den Teig streiche, den die Mäuse und wir nach Lust und Laune belegen. 





Basarglück



Der große Kindersachenbasar in unserer Kleinstadt ist vor allem bei uns Müttern sehr beliebt (hier passiert ja auch sonst nicht viel). Ich hatte Glück: Meine Freundin hat mir netterweise ihren Verkaufstisch überlassen. Deshalb habe ich in den vergangenen zwei Wochen gemeinsam mit den Mäusen emsig Spielzeug und Klamotten aussortiert, die sie nicht mehr wollten oder die ihnen nicht mehr passten. Mit drei Umzugskisten sowie vier großen Tüten voll mit Kleidung und Spielsachen, einer Bücherkiste und einem Kasperltheater fuhren wir am vergangenen Sonntag zur Mehrzweckhalle. Mit zwei Umzugskartons, leeren Tüten, einer nur noch halbvollen Bücherkiste und (leider auch) dem Kasperltheater kehrten wir wieder zurück. 


Unser Keller hat sich deutlich geleert. Die letzten drei Kartons, die Bücherkiste und das Kasperltheater werden wir bestimmt auch noch los - entweder auf dem nächsten Basar oder bei einer Spendenorganisation.


Ich war glücklich über unsere Bilanz: Ich habe nämlich nicht nur gut erhaltene Kindersachen zu niedrigen Preisen an Familien weitergegeben, die sich über diese Schnäppchen freuen. Auch ich selbst habe einige Schnappis ergattert: Langarm-Shirts, gefütterte Chucks, eine senffarbene Daunenweste, eine Handball-Tasche und unter anderem ein Playmobil-Wohnmobil für den Mäuserich. Ein Einrad, Bücher und Schuhe für das kommende Frühjahr für die Zaubermaus. Mit einer Modenschau, bei der uns die Mäuse ihre neuen Errungenschaften präsentierten, endete für uns ein rundum gelungener Basartag. 


Ein Teil meiner Beute: alles für die Mäuse - mal wieder.


Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für eine Internetseite, Lebensmittel, eine TV-Sendung und ein Buch.