Posts mit dem Label Küchenliebe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Küchenliebe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 25. November 2017

DIY: Bunte Geschenkanhänger aus Salzteig - weil wir die noch nie so gemacht haben

Ich bin keine Verfechterin von festgefahrenen Familientraditionen. Mein Mann muss nicht am Kopf des Tisches thronen, wenn wir gemeinsam essen. Er sitzt mit seinen starken Nerven ganz einfach neben dem Kind, das am meisten über mein Essen motzt - und das wechselt je nach Mahlzeit. Es gibt bei uns auch keine obligatorischen Sonntagsspaziergänge mit Mütze, Schirm und Mantel oder das eine spezielle Wochenende, an dem wir - wie in jedem Jahr - unseren Weihnachtsbaum selbst im Wald schlagen. Wir holen mal eine Tanne, mal eine Fichte, mal beim Förster, mal im Baumarkt. Starre "Weil-wir-das-schon-immer-so-gemacht-haben"-Traditionen, die schon von den Schwiegereltern der Schwiegereltern pedantisch eingehalten wurden und von Generation zu Generation pflichtbewusst weitergegeben werden, gibt es bei uns nicht. Ein selbstbestimmtes, spontanes "Weil-wir-das-noch-nie-so-gemacht-haben" passt einfach besser zu uns.




Das soll jedoch nicht heißen, dass wir mit unseren Kindern keine Rituale pflegen. Nach dem Zähneputzen und vor dem Einschlafen lesen wir ihnen zum Beispiel jeden Abend in unserem Bett eine Geschichte vor. Auch müssen sie unserem Schornsteinfeger jedes Mal die Hand geben, wenn er zum Kehren kommt - da bin ich abergläubisch. Zu den Kindern kommt die Zahnfee, wenn sie abends ihre ausgefallenen Milchzähne aufs Fensterbrett gelegt haben. Liegen dort die selbstgebastelten Wunschzettel, holt der Weihnachtsmann sie ab. Und stehen am Vorabend unsere Stiefel vor der Haustür, die wir ausnahmsweise geputzt haben, weiß auch der Nikolaus, dass die Mäuse brav genug  waren, um sie zu füllen.




Zwei, drei Riten folge ich selbst übrigens auch: Ich hole - in der Regel - nie vor Totensonntag die Kisten mit der Weihnachtsdeko vom Dachboden, schmücke das komplette Haus immer erst, wenn  ich die Fenster geputzt habe (sonst sieht man vor lauter Hand- und Pfotenabdrücken die Leuchtsterne nicht) und räume pünktlich zum 6. Januar das letzte Rentier zurück auf den Speicher. Nicht, weil ich das schon immer so gemacht habe oder erzkatholisch bin, sondern weil ich es immer wieder wichtig finde, mich in Geduld und Vorfreude zu üben - und auch den Kindern in einer Welt, in der per Mausklick alles innerhalb von 24 Stunden lieferbar ist, diese Werte zu vermitteln.




Deshalb funkelt bei uns Mitte November noch keine Lichterkette am Baum, liegt noch kein Adventskranz auf den Tisch, hängt noch kein Adventskalender im Wohnzimmer. Und deshalb haben wir bis jetzt noch keine Weihnachtsplätzchen gebacken. Aber wir haben Lebkuchenhäuser verziert,  ein paar Sterne im Haus verteilt - denn Sterne gehen immer - und Figuren aus Salzteig gebacken - denn Salzteig geht irgendwie auch immer.




In Sachen Salzteig habe ich unter den DIY-Ideen von DaWanda eine Entdeckung gemacht. Bisher haben wir Igel, Männchen und Kerzenständer aus Salzteig geknetet oder mit Förmchen aus dem Teig gestochen. Das wurde uns im Laufe der Jahre zu eintönig. Selbst im bemalten Zustand eigneten sich die Anhänger, die wir aus dem Teig ausstachen, leider nur bedingt zum Verschenken: Eines meiner Kinder hatte immer seine "düstere Phase", in der es ausschließlich mit dunkelbraunen, schwarzen oder schleimgrünen Wasserfarben experimentierte - und seien wir mal ehrlich: Welche liebe Omi hängt sich schon mit Freude einen dunkelbraunen Klumpen an ihren festlich rot geschmückten Baum? Hier die Lösung, die aus faden Salzteig-Anhängern dekorative Hingucker macht: Lebensmittelfarbe. Die gibt es nämlich - fein säuberlich und kleckerfrei - als abgepacktes Pulver. 



Zutaten für klassischen Salzteig:


  •  2 Teile Mehl (ich nehme 1000 g Mehl)
  • 1 Teil Salz                        (500 g Salz)
  • 1 Teil Wasser                   (500 ml Wasser) 
  • (evtl. ein Teelöffel Speiseöl für mehr Geschmeidigkeit)

Nach diesem simplen Rezept habe ich zunächst ganz fix den Salzteig angerührt (mit meiner Küchenmaschine, ja, geht selbstverständlich auch mit dem Handrührgerät, und jahaaa sicherlich auch mit dem Thermomix ;-)) dann in sechs Portionen aufgeteilt (für jede Farbe eine) und beim Rühren einfach das jeweilige Farbpulver untergemischt.
Die Mäuse fanden es super, aus den unterschiedlich gefärbten, etwa fünf Millimeter dick ausgerollten Teigmassen mit kleinen Fondant-Förmchen zum Beispiel ihre Anfangsbuchstaben auszustechen und mit den Herzen, Tannenbäumen sowie unter anderem Sternen der größeren Plätzchen-Ausstecher zu kombinieren. Vor Ostern eignen sich übrigens auch Hasen- und Ei-Formen, das ganze Jahr über sind Häuser toll. Hübsch sind kleine Pünktchen-Ränder, die wir mit Zahnstochern in den Teig piksten. Auch Keksstempel lassen sich gut einsetzen.




Mithilfe eines Bleistift-Endes stießen wir im Rohzustand schließlich ein Loch durch die modellierten Figuren, durch die wir nach dem Backen - etwa zwei Stunden lang bei 100 bis 120 Grad im vorgeheizten Backofen - ein Band zum Aufhängen fädelten.




Weil wir das noch nie so gemacht haben, freue ich mich jetzt umso mehr, wie schön die roten, blauen, grünen und lilafarbenen Geschenkanhänger geworden sind, die sich die liebe Omi voller Stolz an ihre Weihnachtszweige hängen kann. Ob spontan vor oder traditionell nach Totensonntag, soll sie bitte ganz allein entscheiden (sie ist ja auch schon groß) - und zwar: wie es ihr gefällt.




Macht Euch locker!
Herzliche Grüße,
Sarah




      

Freitag, 20. Oktober 2017

Eigentlich gibt's hier kein Rezept für Apfelmuffins mit Zimt-Crumble

Seit ich Kinder habe, wimmelt es in meinem Leben von lauter „Eigentlichs“: „Eigentlich bin ich immer pünktlich“; „Eigentlich schlafe ich sonntags ganz gern mal aus“; „Eigentlich war unser Haus vor zwei Minuten noch sauber und ordentlich“; „Eigentlich müsste unser gemeinsames Einkommen locker für zwei Autos, drei Flugreisen pro Jahr, vier Louis-Vuitton-Taschen pro Monat und fünf Restaurantbesuche pro Woche reichen“ 😂Was machen wir hier eigentlich? Und ebenso häufig: „Wer hat eigentlich die ganze Packung Toffifee gegessen?“. 
In meinem Leben vor den Kindern gab es keine halbherzigen Eigentlichs, sondern ausschließlich überzeugte Issos. Bis mein Mann und ich uns die Frage Warum eigentlich nicht? stellten, als wir uns gemeinsam für Kinder entschieden. Da war es: das erste Eigentlich. Wir ahnten damals noch nicht, wie viele weitere folgen sollten. 




In meinem heutigen Leben mit Kindern sollte der neue Beitrag auf meinem Blog eigentlich erst nächste Woche erscheinen und von der Renovierung unseres Bades handeln, weil ich eigentlich vor lauter Aufträgen und Kinderkram keine Zeit fürs Bloggen habe (eigentlich auch nicht für die Renovierung unseres Bades, aber dazu mehr beim nächsten Mal). Ich bin jedoch auf Instagram mehrfach nach einem Rezept für die Apfelmuffins mit Zimt-Crumble gefragt worden, von denen ich so verzückt war, dass ich dort ein Bild von ihnen gezeigt habe. Eigentlich habe ich derzeit auch weder  Zeit für Instagram noch zum Backen, ganz abgesehen davon, dass ich eigentlich auch gar nicht gut backen kann. Aber diese Muffins, die waren der absolute Knaller. Isso.




Die Zaubermaus hatte in dieser Woche eine Freundin zu Besuch, die eigentlich gar keine Muffins mag. Das erzählte mir das kleine Mädchen jedoch erst, als die Muffins bereits im Ofen waren. Bei uns gibt es häufig Muffins, wenn die Mäuse Besuch haben, weil ich dafür meistens alle Zutaten im Haus habe, sie innerhalb von einer halben Stunde fertig zubereitet sind und mir seltsamerweise sogar meistens gelingen. Dieses Mal wollte ich einerseits etwas Herbstlich-Apfeliges backen sowie gleichzeitig die neuen, bunten Eis- und Muffinbecher aus Pappe ausprobieren, die ich im dm-drogeriemarkt entdeckt (und selbst bezahlt) habe. Über Pinterest fand ich bei Chefkoch ein Rezept für Apfelmuffins, das ich etwas abwandelte. Hier ist es: 

Apfelmuffins mit Zimt-Kruste     

(reicht für circa zwölf normale Papierförmchen oder etwa zehn Eis- und Muffinbecher aus Pappe)

Für den Teig:


  • 250 Gramm Mehl
  • 1      Teelöffel Backpulver
  • 1/2   Teelöffel Salz
  • 115  Gramm Butter
  • 180 Gramm Zucker
  • 2     Eier
  • 2     Päckchen Vanillezucker
  • 1    Apfel (z.B. Pink Lady, Elstar, Gala, circa 220 Gramm)


Für die Streusel: 

  • 80  Gramm brauner Zucker
  • 1    Esslöffel Weizenmehl
  • 1    Esslöffel Zimt
  • 1    Esslöffel Butter


Ihr heizt den Backofen auf 180 Grad vor. Dann gebt Ihr alle Zutaten (bis auf den Apfel) nacheinander in eine Schüssel und verrührt sie mit dem Mixer oder der Küchenmaschine. Anschließend schneidet Ihr den Apfel (mit Schale) in kleine Würfel und hebt diese unter. Den Teig verteilt Ihr (jeweils 3/4 voll) auf die Muffinsförmchen (das funktioniert natürlich auch mit einer üblichen Muffinsform, die Ihr entweder vorher einfettet oder in die Ihr die dünneren Papierförmchen stellt). 
Dann verrührt Ihr - am besten mit den Händen - die Zutaten für die Streusel in einer Schüssel so lange, bis sich daraus kleine Flöckchen ergeben, die Ihr locker auf dem Teig in den Förmchen verteilt.
Nach 20 Minuten auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad sollten die Muffins fertig sein (macht am besten zwischendurch mal eine Stäbchen-Probe).  





Wir haben die Apfelmuffins noch leicht warm mit einer Gabel aus den Pappförmchen gegessen. Wir konnten sie später auch easypeasy aus den Förmchen lösen, die laut Hersteller nicht nur bis 180 Grad backofentauglich sind, sondern innen auch speziell beschichtet, was das Einfetten überflüssig macht. 





Dieser Duft: himmlisch. Und erst der Geschmack: unglaublich lecker! Vor allem die leicht karamellig schmeckende, leise knuspernde Kruste aus braunem Zucker samt Zimtnote machte die Muffins zu einem Gedicht. Das fanden wir, unsere Nachbarin, der wir einen Muffin zum Probieren brachten - und schließlich auch die Freundin der Zaubermaus, die sich ein Käsebrot gewünscht hatte, weil sie eigentlich keine Muffins mag. Eigentlich. Denn einen fluffigen Apfelmuffin mit Zimt-Crumble für sich und einen für ihren Papa wollte die kleine Freundin dann doch mit nach Hause nehmen.    
     




Probiert's mal aus - ist eigentlich ganz wahnsinnig lecker!
Herzliche Grüße,
Sarah

Dienstag, 18. Juli 2017

Ich hatte mal wieder die Pfanne heiß: Rezept für fluffige Pfannkuchen

Bei uns zu Hause gibt es keine dünnen Pfannkuchen. Es gibt dünne Crêpes und es gibt dicke Pfannkuchen. Ein dünner Pfannkuchen wäre daher ein Oxymoron, wie einst mein Germanistik-Professor erläuterte (und schon hat sich das ganze Studium gelohnt): eine Formulierung aus zwei gegensätzlichen, einander ausschließenden Begriffen - so etwas wie ein schwarzer Schimmel,  ein sandkörnerfreier Flur, bis 8 Uhr in ihren eigenen Betten schlafende Kinder und eine leere Spülmaschine. Widersprüche in sich - all das existiert bei uns nicht.




Pfannkuchen sind bei uns süß, fluffig und so dick, dass man sie nur mit einer Gabel zerreißen muss, und schon gehen sie glatt als Kaiserschmarrn durch. Nicht trocken, sondern saftig, goldbraun und nach Vanille duftend, süß, aber nicht in-die-Zähne-ziehend-süß, fast fingerdick und pfannengroß - so lieben wir unsere Lieblingsspeise, die bei uns sonntags gern mal das Mittagessen ersetzt und häufig in doppelter Menge produziert wird, um sie nachmittags auf Ausflüge oder am nächsten Tag in den Kindergarten mitzunehmen. Dazu gibt es bei uns, wenn überhaupt, Kirschen aus dem Glas. Sahne, Puderzucker, Eis oder zum Beispiel Nuss-Nougatcreme wären uns dann doch zu üppig (irgendwo hört's auf).





Kleiner Tipp: Dass unsere Eierpfannkuchen so fluffig werden, liegt vermutlich am Mineralwasser, das ich dazugebe. Hier kommt das komplette Rezept:


Pfannkuchen

(für vier Personen)

  • 4 Eier
  • 400 g Mehl (Weizen oder Dinkel, bei Dinkelmehl gebe ich einen Schuss Milch mehr dazu)
  • 400 ml Milch
  • 200 g Zucker
  • 100 ml Mineralwasser mit Kohlensäure 
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • Rapsöl


Du trennst die Eier und schlägst das Eiweiß schaumig. Dann gibst Du das Eigelb mit allen weiteren Zutaten in eine Schüssel und verrührst sie mit einem Handmixer oder der Küchenmaschine. Anschließend hebst Du vorsichtig den Eischnee unter. 
Jetzt erhitzt Du etwas Öl (ich nehme Rapsöl) in einer Pfanne und backst den Teig beidseitig aus - ich wende ihn jeweils zum ersten Mal immer erst dann, wenn sich kleine Bläschen auf der Oberfläche bilden.




Wenn der Pfannkuchen goldbraun (nicht schwarz) ist und ein leckerer Vanille-Duft durch die Küche zieht (nicht Rauchmelder auslösender Qualm, wie ich inzwischen weiß), ist es Zeit, ihn aus der Pfanne zu nehmen und zu genießen. So, ich hör auf. Ich hab nämlich schon wieder die Pfanne heiß 😂. 
Lasst's Euch schmecken!
Herzliche Grüße,
Sarah

Sonntag, 28. Mai 2017

Schlüpfrige kleine Zitronen-Kokos-Küchlein

Die reine Arbeitsplatte in meiner Küche ist 110 Zentimeter breit. Reicht locker, dachte ich, als ich damals eigenhändig mithilfe des Ikea-Programms meine Schränke und Ablageflächen im skandinavischen Stil plante. Schließlich habe ich links neben der Spüle, rechts neben dem Herd und an der gegenüberliegenden Wand noch ausreichend Platz für Brotkasten, Kaffeemaschine, und um mal eben eine Tortenplatte abzustellen. Auf den Zentimeter genau hat später erstaunlicherweise alles gepasst, als mein Mann mit seinen Arbeitskollegen die Küche aufbaute: Ich kann zum Beispiel gleichzeitig die Spülmaschine und die Schublade für die Mülleimer öffnen - war zwar keine Absicht, ist aber trotzdem praktisch.




Was ich nicht bedacht habe: Auf der 110 Zentimeter breiten Arbeitsfläche, auf der ich Gemüse schneide, mit meiner Küchenmaschine Teig anrühre und mehrstöckige Geburtstagskuchen verziere, hockt stets ein Kind, häufig sogar zwei. Ich hatte die Mäuse - zunächst in der Wiege liegend, später in im Hochstuhl sitzend und schließlich auf einer Bank stehend - stets an meiner Seite in der Küche, wenn ich unser Essen zubereitete. Erst ein Kind, dann zwei. Inzwischen ziehen es BEIDE Mäuse vor, inmitten des Geschehens auf meiner Arbeitsfläche NEBENEINANDER Platz zu nehmen, und mir Schüssel ausleckend, Paprika stibitzend, sich gegenseitig mit Butter beschmierend, zwischendurch einfach mal so ins Mehl pustend, die - eh meist viel zu knapp bemessene - Zubereitungszeit vollends zu vertreiben. 




Satte 60 Zentimeter Sitzfläche hätte ich damals für die Platte mehr einplanen müssen, denn die fehlten mir jetzt erneut, als ich mit der Zaubermaus Zitronen-Kokos-Küchlein backte (früher hieß das mal buk, sagt nur irgendwie keiner mehr). Ich wollte meine neue Mini-Gugelhupf-Form aus Silikon ausprobieren, die ich neulich bei Aldi entdeckt habe. Übrigens meine erste Silikon-Form. 
Auf meiner knapp 50 Zentimeter breiten Backfläche probierte ich folgendes Rezept nach einer Idee von Sia's Soulfood Foodblog aus, das ich nach meinem Geschmack veränderte:

Zitronen-Kokos-Küchlein 





Ihr nehmt (für zwölf Stück):
  • 125 Gramm Butter
  • 100 Gramm Zucker 
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz 
  • 2 Eier
  • 125 Gramm Mehl
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • Schale von einer Bio-Zitrone 
  • 1 Schuss Orangensaft (etwa zwei, drei Esslöffel)
  • 100 Gramm Kokosraspeln 




So geht's:
  • Heizt den Backofen auf 180°C vor, streicht die Gugelhupf-Form mit etwas flüssiger Butter ein.
  • Schlagt Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig, gebt dann die Eier hinzu.
  • Vermischt das Mehl mit dem Backpulver und gebt es mit dem Orangensaft, der Zitronenschale und den Kokosraspeln zu der Butter-Zucker-Eier-Masse.
  • Füllt den Teig in die Gugelhupf-Förmchen.




  • Backt die Mini-Küchlein auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten lang.
  • Nach dem Backen lasst Ihr die Küchlein noch etwa zehn Minuten in der Form, bevor Ihr sie stürzt (bitte ganz vorsichtig!) und auf einem Kuchengitter auskühlen lasst.
  • Mit Puderzucker bestäuben.
  • Essen. Am besten sofort und alle zwölf auf einmal! 




Genau das haben die Mäuse und ich gemacht. Sofort, zehn Stück auf einmal (zwei ließen wir für Papa übrig) - auf einen Haps. Extrem lecker war das. Für uns sind die Mini-Küchlein - vor allem im Sommer - eine erfrischend saftige Alternative zu Muffins, die wir inzwischen in allen erdenklichen Variationen gebacken (und momentan auch satt) haben. Und sollten uns die schlüpfrigen kleinen Sch...erchen mal nicht auf Anhieb aus der Silikonform flutschen (wie bei meinem ersten Versuch), eignen sich ihre Krümel auch hervorragend dazu, sie kurzerhand gemeinsam aus einer Schüssel zu löffeln. Das funktioniert am besten, wenn man ganz eng zusammenrückt - eine Fläche von insgesamt 110 Zentimetern reicht dafür vollkommen aus.






Probiert's mal aus!
Herzliche Grüße,
Sarah

Dienstag, 23. Mai 2017

Mein Plan gegen Orientierungslosigkeit

Die blonde Frau, Mitte 30, die in den vergangenen drei Wochen verwirrt wirkte, als sie durch diverse Lebensmittelgeschäfte in einer nordhessischen Kleinstadt lief: Das war ich. Außenstehenden, denen ich begegnet bin, mag es vielleicht nicht aufgefallen sein, aber ich war während meines wöchentlichen Großeinkaufs tatsächlich durcheinander (durcheinanderer als sonst, obwohl das nicht steigerbar ist 😂). Vollkommen unkontrolliert warf ich Reis, Nudeln, Kartoffeln, Gnocchi und Couscous in meinen Einkaufswagen, nahm hier mal drei Paprika, dort mal fünf Auberginen mit, kaufte hier Hackfleisch, dort Forellenfilets - und merkte dann zu Hause, dass die Zusammenstellung meiner zwanglos gekauften Waren nicht sehr ergiebig war.




Für jedes Gericht, das ich im Laufe der Woche zubereiten wollte, fehlte mir mindestens eine Zutat. Bei der Reispfanne mangelte es mir an Tomaten, für den Kartoffelsalat hatte ich keine Saure Sahne mehr und ohne Grieß gab es schließlich auch keinen Grießbrei. Der Grund für meine Orientierungslosigkeit: Ich habe keinen Speiseplan geführt.




Seit langem plane ich Woche für Woche unsere Mittagsmahlzeiten. In der Regel mittwochabends (Donnerstag ist nämlich Angebotstag) nehme ich
  • unseren Kalender, 
  • meine gesammelten Rezepte, 
  • meinen eigens gekauften Speiseplan-Block 
  • sowie einen Einkaufszettel 
zur Hand und überlege - häufig gemeinsam mit den Mäusen -, was bei uns an den kommenden sieben Tagen auf den Tisch kommt. Das kostet mich grad mal 15 Minuten, spart aber jede Menge Geld - und vor allem Nerven. Ich wollte meine Einkäufe bündeln und nicht jeden Tag aufs Neue an irgendeiner Kasse für zwei, drei Teile Schlange stehen. Ich hatte es satt, um fünf vor zwölf - im wahrsten Sinne des Wortes - mit Entsetzen festzustellen, dass ich noch keine Nudeln aufgesetzt, keine Kartoffeln geschält oder keinen Reis gegart hatte, obwohl in knapp 20 Minuten zwei hungrige Mäuse nach Futter verlangten.




Vor allem aber hatte ich keine Lust mehr darauf, mittags vor einem vollen Kühlschrank zu stehen und keinen Schimmer zu haben, was ich mit dem Inhalt anfangen soll. Denn mir reicht es schon, morgens vor meinem vollen Kleiderschrank zu stehen und nichts zum Anziehen zu finden. 
Mit unserer (in der Regel) ausgewogen-abwechslungsreichen Mahlzeiten-Koordination vermeide ich nicht nur Stress, weil ich abends bereits bei Bedarf einiges vorbereiten kann und zudem tagsüber diesbezüglich keine Entscheidungen treffen muss. Ich verschwende auch weniger Lebensmittel, da ich diese sinnvoll und innerhalb ihrer Haltbarkeit verwende. Allein durch meinen Speiseplan spare ich (laut Haushaltskostentabelle... ja, die führe ich auch noch, habe sonst aber keine weiteren nennenswerten Fetische 😜) im Schnitt etwa ein Fünftel der Summe, die wir sonst für Essen ausgegeben haben.




Und ich umgehe mögliche Diskussionen mit den Mäusen, die üblicherweise bereits auf dem Heimweg vom Kindergarten wissen wollen, was es zu essen gibt, warum es "schoooon wiiieder" Kartoffeln geben muss und nicht einfach "Nudelsalat ohne Nudeln" - "nein, mit Nudeln, aber ohne weiße Sauce!" "Kartoffeln hatten wir doch erst überübergestern" - "neeeihein, übergestern"(...) Entspannt verweise ich auf den Speiseplan, der ihnen schon allein deshalb Respekt einflößt, weil er aus Buchstaben besteht, die sie noch nicht lesen können.
Ganz so streng bin ich übrigens bei der Abfolge der Speisen nicht: Wenn wir auswärts essen oder ich vormittags nicht genug Zeit für aufwendiges Kochen habe, tausche ich sie einfach aus.    




Seit dieser Woche hängt wieder ein neuer Essenzettel an unserem Kühlschrank. Das Geld, das ich damit spare, stecke ich nämlich nicht mehr dort hinein, sondern viel lieber in meinen Kleiderschrank.

Macht's Euch leicht!
Herzliche Grüße,
Sarah


Sonntag, 7. Mai 2017

Hokuspokus nach Rezept: Süße Honig-Schalotten vom Grill

"Woohoo, it's friday! Oh, wait... I'm a mother!": Ich liebe diesen Spruch, weil er auf den Punkt bringt, wie ich mich vor jedem Wochenende fühle. Und er ist übertragbar: "Schatz, lass uns am Wochenende grillen, dann brauchst du nicht zu kochen", mag aus dem Munde meines Mannes im ersten Moment verlockend klingen, weil ich ja bereits unter der Woche täglich für die Mäuse am Herd stehe (was ich dennoch gern mache). Bis dann mein Verstand einsetzt. Denn nur weil mein Mann sich eine Schürze umbindet (da werden sämtliche Vorbehalte über Bord geworfen), um den Grill anzuschmeißen, heißt das noch lange nicht, dass ich währenddessen auf der Terrasse liege und meine eigenen Chicken Wings in der Sonne brutzeln.




Nee, nee, neeee: Während mein Mann mit viel Hokuspokus und - zuvor eigens in (Weih-😂)Wasser eingelegten - Kirschholz-Räucherchips seinen hoheitlichen Kugelgrill befeuert, stehe ich bereits in der Küche. 
Weil  mein erfolgreicher Absolvent eines professionellen Grillkurses, den ich ihm zum Geburtstag geschenkt habe, die erlernte Theorie eines perfekt medium-rare-gebratenen Rib-Eye-Steaks mit höchster Konzentration, magischem Illusionsrauch und Voodoo-ähnlichen Schwenkbewegungen an unserem Grill in die Praxis umsetzen muss, kümmere ich mich ganz allein um die Beilagen.




Grillen ohne Gemüse ist nämlich für mich wie Grillen ohne Fleisch für meinen Mann: nur halb so lecker. Wenn schon Pulled Pork, Spareribs, Hawaiianisches Huli-Huli-Hähnchen  oder Hühnchen auf der Bierdose (auf Ideen kommen diese Grillgourmets), dann wenigstens mit einer doppelt so großen Portion Salat. Für Kartoffelspalten, Maiskolben und/oder eine Pfanne mit Tomaten, Paprika, Zucchini, Zwiebeln sowie Aubergine muss jedes Mal ausreichend Platz auf dem Rost freigehalten werden.




Neben Tomaten-Mini-Mozzarella-Basilikum-Salat mit Balsamicocreme zählen inzwischen gedünstete Honig-Schalotten zu unseren Lieblingsbeilagen. Auch auf einem Steak-, oder zum Beispiel Putenfilet-Brötchen sind die goldenen, süßen Schalotten ein absoluter Knaller. Und sie schmecken - über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt - selbst kalt am nächsten Tag noch fantastisch. 
Hier verrate ich Euch das Rezept:



Rezept: Gedünstete Honig-Schalotten 


  • Sieben bis acht Schalotten schälen, große Exemplare halbieren (wir machen meistens gleich doppelt so viele, um sie am nächsten Tag noch kalt zu essen).




  • Die geschälten Edelzwiebeln auf die eine Hälfte eines etwa DIN-A4-großen Rechtecks aus Alufolie legen, dann mit einem guten Schuss Flüssighonig beträufeln und eine Prise grobes Meersalz über die Schalotten streuen. 



  • Anschließend die andere Hälfte der Alufolie über die Schalotten legen, die Seitenränder umklappen bzw. so schließen, dass sich daraus eine Tüte ergibt, aus der keine Flüssigkeit austreten kann. Schließlich  das Päckchen bei indirekter Hitze so lange (etwa 20 Minuten) auf dem Grill garen, bis die Schalotten schön weich sind - und die Mäuse vor Hunger durch das gesamte Viertel brüllen. Fertig! 

Selbst der Mäuserich, der empört jedes noch so kleine Stückchen Zwiebel aus seinem Essen friemelt, liebt diese Grill-Schalotten, die im Sommer die heimlichen Stars unseres wöchentlichen Grill-Spektakels sind. Zum Glück ist bald wieder Wochenende. Oh, warte...😅




Herzliche Grüße,
Sarah

Freitag, 17. März 2017

Verrühren, vorführen, verführen: Backen mit Effekt

"Mama, was ist ein Verrühreffekt?", wollte die Zaubermaus wissen - neuerdings aufmerksame Radiohörerin. "Hmm. Ein Vorführeffekt ist, wenn Mama einen  Kuchen backen will, der sonst immer gelingt, wenn wir ihn allein essen wollen. Backt Mama allerdings zum Beispiel einen Rührkuchen für unsere Freunde oder Besuchskinder, vergisst Mama die Eier oder das Mehl ("Verrühr-Effekt"), bleibt der Teig - selbst nach mehrstündiger Backzeit - noch flüssig oder der komplette Kuchen anschließend in der Form haften, woraus Mama ihn nur in tausend Stücken befreien kann, wenn sie mit der Backform wutentbrannt ganz, ganz fest auf die Arbeitsplatte haut." Die Zaubermaus nickte. Das kannte sie schon.




Zum Glück haben wir stets freundlichen Besuch, der sich vollkommen unkompliziert mit dem desaströsen Krümelhaufen begnügt, den ich  nach meiner Backsession verschämt als speziellen "Maulwurfkuchen" präsentiere. Oder einen Fertigkuchen im Kühlschrank. "Backen hat viel mit Chemie zu tun" hat die bezaubernde Katharina Küllmer von ess.raum neulich gesagt - eine, wie ich finde, der besten Food-Fotografinnen und unter anderem Kochbuch-Autorinnen (kein gesponserter Post) -, als ich ihr während eines Interviews von meinen frustrierenden Backergebnissen erzählte. Tja. Seitdem weiß ich, woran es liegt: Ich habe Chemie nach der elften Klasse abgegeben, da ich bis heute nicht eine einzige Gleichung aufstellen kann und stets ungenau beim Mischen der Stoffe war. 




Weil ich es jedoch liebe, die verschiedenen Zutaten in meiner Küchenmaschine zu verrühren, ein wenig vom Teig zu naschen, und wenn sich anschließend der Duft nach Vanille, Zimt oder Zitrone im ganzen Haus verteilt, backe ich tapfer weiter.




Dass mein Zitronen-Gugelhupf vor kurzem tatsächlich so gelungen war, dass ich voller Stolz ein paar Stücke unseren Nachbarn zum Probieren über den Zaun reichte, liegt offensichtlich am Rezept von Katharina Küllmer. Es war eines der ersten, das ich aus ihrem Kochbuch Aromenfeuerwerk - Gerichte mit Gewürzen, Kräutern und Früchten ausprobiert habe, das einen festen Platz auf der Fensterbank in meiner Küche hat. Vielleicht war es der griechische Joghurt, vielleicht die Mischung aus Orangen- und Zitronensaft oder der Hauch von Rosmarin, den ich zuvor noch nie bei Süßspeisen verwendet habe: Whatever - der durch und durch saftige Kuchen hüpfte aus der Form, glühte magisch-golden von allen Seiten und schmeckte himmlisch. 




Als Beweis für all unsere zukünftigen Besucher, die möglicherweise an meinen Backkünsten zweifeln werden, habe ich das Ergebnis fotografiert. Ich hätte ein paar Stücke einfrieren können - als ich jedoch zurück in die Küche kam, war vom Gugelhupf fast nichts mehr übrig. Aufgefuttert von den Mäusen. Das nennt man dann wohl Verführ-Effekt. 

Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah