Sonntag, 17. Mai 2020

Glücksmomente 05-2020: Gartenhaus, Gemüse und Geburtstag

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbst genähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:


Gartenhaus-Glück


Es sind viele kleine und größere „Zufälle“, die unseren Alltag immer wieder turbulent machen. Denkt mein Mann. Dass ich meistens die Finger im Spiel habe, wenn plötzlich alles nicht mehr nach Plan läuft und es hektisch, unbequem, mitunter sogar gefährlich wird, habe ich ihm nämlich noch nicht verraten. 



Bye Bye, altes Spielhaus


Da erwähne ich zum Beispiel vor neun Jahren mal so ganz nebenbei, dass wir uns ja irgendwann einmal einen Hund zulegen könnten, aber nur, wenn mein Mann - erklärter Katzenliebhaber - sich irgendwann an den Gedanken gewöhnt hätte und auch nur, wenn wir dann irgendwann irgendwo zufällig einen passenden Welpen fänden. Und wie es der Zufall so will, kehren wir zwei Wochen später mit einer Hundebox und unserem Westie-Baby Oscar von einer Züchterin aus Darmstadt zurück. 



Seit neun Jahren durch "Zufall" bei uns: unser Oscar


Oder die Sache mit unserem Wohnwagen Emma. Wir hatten bereits eine Ferienwohnung gebucht, als rein zufällig ein ganzer Wohnwagen vom Himmel fiel und direkt in unserer Einfahrt landete, obwohl wir zum damaligen Zeitpunkt nicht einmal eine Anhängerkupplung hatten (ich berichtete an dieser Stelle). Mein Mann hatte sich das alles stets anders vorgestellt: Statt gelassen einer Hauskatze beim Dösen zuzusehen, gingen wir plötzlich mehrmals am Tag Gassi und statt entspannt unser Auto für einen Urlaub in einer Ferienwohnung zu packen, renovierten wir sechs Wochen lang einen Wohnwagen.



Hello neues Spiel-/Gartenhaus!


Mein Mann hat zwar schon häufiger geahnt, dass ich an so manchem vermeintlichen Zufall nicht unbeteiligt war. Ich habe jedoch stets sämtliche Beweise akribisch vernichtet: die Suchaufträge zum Beispiel, die ich stets bereits Wochen zuvor in diversen Kleinanzeigen-Portalen geschaltet hatte. Aber pssst! Die nächste Suchanzeige läuft.

Einem weiteren "Zufall" sind wir in dieser Woche begegnet. Die Mäuse hatten sich frisch von ihrem Spielhaus getrennt, weil sie - inzwischen zu groß dafür - sich regelmäßig die Köpfe an der Galerie im Innern gestoßen hatten. Wir verkauften das Häuschen schweren Herzens über ein Kleinanzeigen-Portal und versprachen den Mäusen, "irgendwann später einmal" ein größeres für sie zu besorgen. 



Noch nicht fertig - aber das sieht man ja.


Die neuen Besitzer hatten das alte Spielhaus gerade abgeholt, als mir nur eine Stunde später über dieselbe Internet-Plattform ein neues Gartenhaus angezeigt wurde - zufällig in direkter Nähe und zufällig exakt so groß, dass es in die vorgesehene Ecke passte. Spontan setzten wir uns ins Auto und freuten uns darüber, dass uns der Besitzer zufällig seinen Anhänger für den Transport leihen konnte. Was für ein Glück. Dachte ich. Mein Mann sah das ganz bestimmt genauso. Da bin ich mir sicher - auch wenn er das nicht gleich zeigte. Übrigens auch nicht in den Tagen danach.... Nun ja, manchmal braucht echte Freude ein wenig Zeit. 

Statt entspannt auf der Terrasse zu liegen, gedanklich weit weg von irgendwelchen neuen Projekten für Haus und Garten, bauen wir gerade unser neues Häuschen auf, verlegen Randsteine neu und setzen Bäume um. Zufälle gibt‘s... 


Wochenmarkt-Glück



Schon als kleines Mädchen begleitete ich meine Mama jeden Samstag auf den Wochenmarkt der Kleinstadt, in der wir lebten. Und auch heute liebe ich es, in unserer Kleinklein-Stadt, in der wir seit zehn Jahren zu Hause sind, über den kleinen Markt direkt vor dem Rathaus zu schlendern. In der einen Hand halte ich meine Korbtasche, in der anderen die Hand meiner Tochter, die unsere Marktbesuche genauso toll findet wie ich damals.





Wie im Schlaraffenland fühlen wir uns zwischen Obst-, Gemüse-, Fisch-, Fleisch- und Backwaren sowie unter anderem Molkereiprodukten, die in der Regel nirgends so frisch sind und so saftig schmecken wie an den Marktständen. Dass ich mir vorher nie einen Einkaufszettel schreibe, wird mir auf dem Wochenmarkt jedes Mal zum Verhängnis. 

Vollkommen berauscht von all den kräftigen Gerüchen und satten Farben um mich herum, kaufe ich hier vier Zucchini, dort ein Kilo Rhabarber, weiter hinten zwei Fenchelknollen sowie einen Camembert und eine große Portion geräucherten Lachs am stand gegenüber - und merke dann zu Hause, dass ich völlig kopflos viele im Grunde unzusammenhängende Zutaten in meine Tasche gepackt habe, die kaum zu dem restlichen Inhalt unseres Kühlschranks passen. Um daraus gleich mehrere, möglichst einfache, schnelle Gerichte für die Woche zu kochen, bei denen alle Lebensmittel geschickt kombiniert zum Einsatz kommen, ist nach jedem Marktbesuch meine ganze Kreativität gefragt. 





Ich denke jedoch, dass es selbst Sterneköchen hin und wieder ähnlich geht: Kuriose Kreationen wie Kalb und Apfelsaft, Blumenkohl und Schokolade, Austern und Kiwi, die in Spitzenrestaurants unter dem Stichwort "Food-Pairing" gemeinsam auf einen Teller kommen, sind eventuell auch auf Basis unkontrollierter Markteinkäufe entstanden.


Geburtstags-Glück



Der 16. Mai ist für mich jedes Jahr ein besonderer Tag. Einer von denen mit einem fetten Textmarker-Herzchen drumherum im Kalender. Ein Tag mit lebenslanger Käsekuchen-zum-Frühstück-Garantie, mit vielen kleinen Überraschungen - ob in buntem Papier verpackt oder mit einem Strauß Blumen spontan vor der Haustür stehend -,  mit Happy-Birthday-Ständchen, die mir meine Kinder leicht schief, aber wunderschön auf dem Klavier spielen, oder meine Freundinnen am Telefon singen. Mit ganz viel Herzenswärme und unbändiger Freude darüber, dass so viele Menschen an mich denken, auch die, die ich nicht mehr so häufig sehe.




Weil mein 39. Geburtstag auf einen Samstag fiel, konnten wir ganz entspannt in den Tag starten, der in diesem Jahr etwas anders ausfiel als sonst - wegen Abstandsvorgaben, Hygieneregeln, ach, Ihr wisst schon. Wir bummelten zwar nicht - wie ursprünglich geplant - durch meine Lieblingsstadt Hamburg,  schlenderten dafür jedoch über den Wochenmarkt in unserer Kleinstadt und kauften dort frischen Seelachs, Zitronen und Baguette (passte ausnahmsweise alles hervorragend zusammen). Anstatt auf der Terrasse meines Lieblingsrestaurants zu sitzen, aßen wir bei strahlendem Sonnenschein auf unserer eigenen Lieblingsterrasse frisch gegrillten Fisch zu Mittag.


So rosa, so süß: ein Buch von meiner Freundin und ein Kuchen von unseren Nachbarn


Wir machten einen spontanen, komplett kontaktlosen Ausflug an einen See, fuhren zunächst mit einer Sommerrodelbahn und dann Tretboot, probierten anschließend den Kuchen in unserem Garten, den  mir unsere Nachbarn vor die Tür gestellt hatten, und ließen den Abend mit einem Familienfilm auf der Couch kuschelnd ausklingen.












Für mich war dieser Tag perfekt, weil wir das Allerbeste aus ihm machten. Ich hatte meine drei Liebsten in weniger als 1,50 Meter Abstand um mich herum - mehr brauche ich nicht, um glücklich zu sein. 




Es ist, wie es ist. Aber es wird, was du daraus machst.             


Also: Macht das Beste draus!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für einen Blog und ein Tagebuch.

Samstag, 9. Mai 2020

Glücksmomente 04-2020: Lieblingsspielplatz, Lieblingsbücher, Lieblingsspeise

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbst genähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:



Spielplatz-Glück



Schade, dass ich und die Mäuse nicht persönlich dabei waren, als zu Beginn der Woche der Spielplatz in unserem Viertel endlich wieder freigegeben wurde. Mit einem kräftigen Ruck und einem noch kräftigeren "Yippieh"  hätten wir das rot-weiße Absperrband um die verwaisten Spielgeräte zerrissen, das dort wochenlang im Wind geflattert hatte. 





Von dem gestreiften Kein-Zutritt-Band, dessen Bild sich in mein Gedächtnis ähnlich tief eingebrannt hat wie das leerer Toilettenpapier-Regale, Einkaufswagen voller Hamsterkäufe und Menschenschlangen im Supermarkt, war am Dienstagnachmittag nichts mehr zu sehen, als wir an unserem kleinen Spielplatz vorbeikamen. Stattdessen strahlten uns die rote Schaukel, das blaue Dach des Kletterturms und die glänzende Rutsche so einladend entgegen, dass die Mäuse vor Freude sofort ihre Fahrräder auf den eigens frisch gemähten Rasen warfen und sich selbst der Länge nach in den eigens frisch aufbereiteten Sand. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten die Spielplätze pünktlich zur offiziellen Freigabe durch die Regierung wieder flottgemacht. An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön dafür!





Ich machte es mir mit einem Buch und einer Tasse Milchkaffee, die ich zwischendurch schnell zu Hause holte, auf der frisch gesäuberten Bank gemütlich, während die Mäuse den kleinen Spielplatz ganz für sich allein hatten. Ich hätte nie gedacht, dass es mir einmal so fehlen würde, nachmittags stundenlang auf einer Spielplatz-Bank zu sitzen und abends tonnenweise Sand aus den Schuhen, Hosentaschen  sowie  unter anderem Kapuzen der Mäuse zu schütten. Weil ich jedoch einmal mehr weiß, dass diese Zeit jederzeit vorbei sein kann - vor allem, weil  meine Kinder so rasend schnell größer werden - genieße ich sie umso intensiver. Und so haben sich die Zaubermaus und der Mäuserich in dieser Woche gleich mehrfach mit einem lauten "Yippieh" in den Spielplatz-Sand geworfen, bis ihnen dieser abends im Bett zu den Ohren rauskam.       

     

Bücherei-Glück



"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm." Für die einen Eltern ist es lediglich ein hohles Sprichwort, für die anderen ist es die reine Wahrheit. Und die kann unter Umständen ganz schön bitter sein. Da wundert man sich, woher das Kind diese und jene Verhaltensweise hat, fragt ratlos Erzieher, Lehrer, Schwiegermutter, andere Mütter und - in der Regel besonders anklagend -  den eigenen Ehepartner. Dabei könnte doch dieses alte Sprichwort eine ganz klare Antwort geben, wenn man sich nur mal "an die eigene Nase fasst" (mit den Redensarten habe ich es aber heute irgendwie). Auf uns zum Beispiel trifft es in diesem Fall zu: Denn in den beiden Äpfeln, die von meinem Stamm gefallen sind, stecken zwei kleine Bücherwürmer. "Wie die Mutter, so die Tochter und der Sohn", heißt es bei uns. Was das Lesen betrifft, so empfinde ich das als großes Glück.






Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich seit meiner Kindheit verschlungen habe, weil ich sie nie gezählt und noch nicht einmal ansatzweise alle aufbewahrt habe. Aber es waren soo viele. Daher freue ich mich mega, dass nicht nur die Zaubermaus (bis jetzt) meine Leidenschaft für Bücher teilt, sondern (bis jetzt) auch der Mäuserich, der seit dem Schulbeginn eifrig lesen gelernt hat. 

Von einzelnen Buchstaben über bunte Silben bis hin zu ganzen Wörtern und schließlich längeren Sätzen in großer Erstleser-Schrift ist er jetzt bei Büchern in normaler Schriftgröße angelangt. Stets im Wettstreit mit seiner großen Schwester darüber, wer wie viele Seiten pro Abend gelesen hat, futtert er sich durch den Lesestoff, den sich der wählerische Knirps am liebsten selbst aussucht.





Weil uns so langsam die eigenen Bücher ausgingen, waren wir sehr glücklich darüber, dass wir in dieser Woche endlich mal wieder unserer Stadtbücherei einen Besuch abstatten konnten, die zwischenzeitlich geschlossen war. Gemeinsam durchstöberten wir die Regale auf der Suche nach Büchern, die die Mäuse ohne meine Unterstützung lesen und verstehen können. 





Mit drei Körben voller Literatur für Mädchen und Jungen (siehe oben) sowie dem Roman Morgen kommt ein neuer Himmel von Lori Nelson Spielman für mich kehrten wir zu unseren Fahrrädern zurück, mit denen wir unsere kostbare Bücherfracht nach Hause transportierten. Im Garten fielen die zwei kleinen Äpfel und ihr Stamm direkt über den Lesestoff her, von dem wir uns am Abgabetag in drei Wochen wieder reichlich Nachschub besorgen werden. 





Hier übrigens als kleine Anregung für alle anderen Mini-Leseratten die derzeitigen Lieblingsbuchreihen der Zaubermaus, die rein theoretisch derzeit in die dritte Klasse geht:

1. Mein Lotta-Leben (Alice Pantermüller)
2. Ella in der Schule (Timo Parvela)
3. Hanni und Nanni (Enid Blyton)
4. Das magische Baumhaus (Mary Pope Osborne)      
5. Die Schule der magischen Tiere (Margit Auer)

Der Mäuserich liebt Die Olchis von Erhard Dietl und die WAS-IST-WAS-Reihe Erstes Lesen. Derzeit liest er Der kleine Major Tom von Bernd Flessner.


Mini-Tomaten-Mozzarella-Salat-Glück


Jeden Freitagabend, wenn die Woche voller Homeschooling und Kinderprogramm hinter mir liegt, wenn alle Termine geschafft und Online Banking erledigt sind, wenn mein Haus geputzt und die Wäsche gebügelt ist, wenn die Mäuse vor dem Fernseher oder in der Badewanne sitzen, belohne ich mich mit meinem absoluten Lieblingsgericht: Mini-Tomaten-Mozzarella-Salat. Weil es so schön schnell und unkompliziert ist, weil ich alle Zutaten stets im Kühlschrank sowie auf der Fensterbank habe und weil meiner Seele dieses Soul Food zum Wochenabschluss so gut tut, ist es bei mir seit einigen Jahren bereits Tradition. Aber auch als Beilage zum Grillen, als Mitbringsel für Büfetts oder (frühere und hoffentlich zukünftige) Einladungen bei Freunden habe ich meinen kleinen, feinen Tomaten-Mozzarella-Salat bereits zubereitet. 





Am besten schmeckte er uns übrigens im vergangenen Jahr mit frischem Basilikum und italienischem Büffelmozzarella, als wir mit unserem Wohnwagen Emma in Venetien waren. Eine kleine Flasche Balsamico-Creme packe ich daher stets vor Urlaubsbeginn in einen der Oberschränke meiner kleinen Kochnische.

So, genug geschwärmt. Hier nun das Rezept für Euch:

Mini-Tomaten-Mozzarella-Salat 


Zutaten:


  • eine Kugel (Büffel-)Mozzarella, ich mag jedoch auch die kleinen Mozzarella-Kügelchen
  • etwa 20 Cocktail-Tomaten
  • eine Handvoll Basilikum-Blätter
  • 1 bis 2 Esslöffel Balsamico-Creme
  • 2 Esslöffel Olivenöl (oder auch Rapsöl)
  • eine halbe bis ganze Knoblauchzehe
  • Salz und Pfeffer




Zubereitung: 


Ihr verrührt das Öl mit der Balsamico-Creme. Dann halbiert Ihr die Mini-Tomaten, bei Bedarf auch die Basilikumblätter, und zerkleinert den Knoblauch. Nun gebt Ihr Tomaten, Basilikum, Knoblauch und Mozzarella zu dem Dressing und vermengt das Ganze. Zum Schluss würzt Ihr die Mischung mit etwas Salz und Pfeffer. So simpel, so lecker. 



Alles wird wieder gut, Ihr Lieben!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
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Sonntag, 3. Mai 2020

Glücksmomente 03-2020: Dreierlei DIY - Vanille-Eis, Schuhschrank und Pusteblumen

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbst genähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:


DIY-Eis-Glück


Warum schenkt ein Mann seiner Frau zum Geburtstag eine Eismaschine? 


a) Er möchte seiner Frau eine Freude machen, weil sie sich schon lange eine Eismaschine gewünscht hat. Und sich selbst.

b) Er möchte sich selbst eine Freude machen, weil er sich schon lange eine Eismaschine gewünscht hat und kein weiteres halbes Jahr auf seinen eigenen Geburtstag warten will. Und seiner Frau.

c) Es ist ihm kein anderes Küchengerät eingefallen, weil er seiner Frau zu vorherigen festlichen Anlässen unter anderem bereits einen Smoothie Maker, einen Camping-Grill und einen Milchaufschäumer geschenkt hat. Und sich selbst.




Kleiner Tipp: Keine der Antworten ist falsch. Zu meinem letzten Geburtstag vor fast genau einem Jahr hat mein Mann mir sich uns einen Ice Maker geschenkt. Seitdem liegt sozusagen auch unsere Ehe auf Eis. Es vergeht nämlich kein Sonntag, an dem wir nicht über Geschmäcker diskutieren, die bekanntlich verschieden sind. Während ich Vanille mit Walnuss in groben Stücken bevorzuge, worauf er allergisch reagiert, liebt mein Mann Fruchteis in allen Varianten. Auch über die weiteren Zutaten - Schlagsahne oder Milch, rohe Eier oder Johannisbrotkernmehl als deren Ersatz - sind wir uns noch nicht einig. Feststeht jedoch, dass mir mein Mann mit dem Set zum Eis-Selbermachen eine große Freude bereitet hat. Und sich selbst.





Um genau zu sein, handelt es sich bei dem Ice Maker nicht um eine weitere Maschine, die in meiner kleinen Küche Platz wegnimmt, sondern lediglich um eine Schüssel samt Rührwerk für meine KitchenAid (die mir übrigens auch mein Mann geschenkt hat). Das Prinzip ist simpel: Die Schüssel für bis zu 1,9 Liter Eis kommt vor Gebrauch für mindestens 15 Stunden ins Gefrierfach. Sie verfügt über eine Doppelwand, in der sich eine Flüssigkeit befindet. Diese sorgt dafür, dass Schlagsahne und weitere Zutaten während des Rührens gefrieren.  





Bei uns hat die Schüssel einen Dauerplatz in unserer Gefriertruhe, da wir gern auch spontan Eis, Sorbet oder Frozen Joghurt machen. Das läuft dann so: Wir klemmen die Schüssel in unsere Küchenmaschine, fummeln den Rühreinsatz an den Adapter und füllen schließlich die Zutaten ein, die nach etwa 20 bis 30 Minuten zu leckerem Speiseeis/Sorbet/Frozen Joghurt werden. Wir lieben Softeis, für eine etwas festere Konsistenz packen wir das Eis anschließend noch für ein Weilchen in den Gefrierschrank. 





In dieser Woche haben wir gleich mehrere Sorten ausprobiert. Mein liebstes Standardrezept für Eis, das übrigens auch prima ohne spezielle Maschine funktioniert, habe ich aus dem Buch "Ben & Jerry's Original Eiscreme & Desserts" von Ben Cohen & Jerry Greenfield sowie Nancy J. Stevens, das mir mein Mann ebenfalls zum Geburtstag geschenkt hat (und sich selbst). Ich habe eines der Rezepte für die Basismischung nach unserem Geschmack leicht abgewandelt. 





Vanille-Eis 


ergibt circa 1 Liter, nach einem Rezept von Ben Cohen & Jerry Greenfield

Zutaten:


  • 2 Teelöffel Johannisbrotkernmehl (im Original: zwei rohe Eier)
  • 600 Milliliter Schlagsahne
  • 250 Milliliter Milch
  • 175 Gramm Zucker
  •  Vanillearoma / Mark einer Vanilleschote

Zubereitung:


Ihr verrührt alle Zutaten mit dem Handmixer oder einer Küchen-/Eismaschine miteinander, wobei Ihr den Zucker nach und nach hinzugebt. Verrührt die Masse so lange weiter, bis der Zucker sich vollständig aufgelöst hat. Bei meinem Ice-Maker gebe ich schließlich,  kurz bevor die Masse fest wird, Nüsse, Keks- oder zum Beispiel Schokoladenstückchen hinzu.
Und das so gut wie jedes Mal, obwohl mein Mann lieber Früchte wie Beeren oder Mango mag. Tja. Mein Geburtstagsgeschenk, meine Regeln.

   

DIY-Schuhschrank-Glück



"I make shoe contact before eye contact", stand bei meinem letzten Besuch eines Schuhgeschäfts vor viel zu langer Zeit auf dem T-Shirt einer Verkäuferin. Ich kaufte Schuhe, obwohl ich viel lieber das Shirt gehabt hätte. Denn vollkommen schuhistisch wandern meine Augen bei der ersten Begegnung stets verstohlen nach weiter unten: zu den Füßen.  Frei nach dem Motto "Zeig mir deine Schuhe, und ich sag dir, wer du bist" finde ich, dass sich an Schuhen auf den ersten Blick viel ablesen lässt: Laune, Geschmack und Interessen ihres Besitzers zum Beispiel. Vor allem, wenn bei diesem offensichtlich kein Interesse an schönen Schuhen besteht, sondern eher an deren Funktionalität.




Bei mir ist es die Stimmung, die sich auf den ersten Blick anhand meiner Schuhe erkennen lässt: Je intensiver der Rosa-Ton meiner Turnschuhe, Ballerinas und Pumps, desto besser bin ich gelaunt. Die Sneakers, die ich mir von meinem ersten Gehalt kaufte, waren genauso pink wie die High Heels, die ich bei meiner Hochzeit trug. Schwarz sind meine Schuhe hingegen meistens, wenn ich unangenehme Zeitgenossen und Termine vor mir habe. Da ich mit all meinen Schuhen Erinnerungen verbinde, weil ich sie entweder in glücklichen, wütenden oder traurigen Momenten trug beziehungsweise direkt im Anschluss daran kaufte, hänge ich an jedem einzelnen Paar.




Ich habe es in den vergangenen Jahren auf schuhischer Ebene gleich mehrfach mit Minimalismus  versucht. Ich fühlte mich wie die Aufräum-Queen Marie Kondo, als ich mein vorheriges Schuh-Regal im Flur auf die Hälfte reduzierte, in der Hoffnung, dass ich künftig allein schon aus Platzgründen auf die Anschaffung neuer Schuhe verzichtete. Ein Paar Sandalen, ein Paar Turnschuhe, ein Paar Boots, ein Paar Stiefeletten, ein Paar Gummistiefel - mehr brauche ich doch genau genommen auch nicht. Mein Reduktionsversuch endete darin, dass zwar keine neuen Schuhe mehr im damaligen Mini-Flurschrank landeten, dafür jedoch in meinem Kleiderschrank, im Keller und auf dem Dachboden, weil ich meine 5-Paar-Schuhe-Regel auf fünf Paar pro Farbe, Design, Absatzhöhe, Funktion und Jahreszeit ausweitete.




Weil ich 1. eingesehen habe, dass ich noch immer mindestens 25 Paar Schuhe vom Minimalismus entfernt bin, und es 2. satthabe, permanent im ganzen Haus nach meinen Schuhen zu suchen, habe ich mich jetzt wieder für ein größeres Schuhregal entschieden. Mein Mann hat in diesen Tagen ein zwei Meter hohes und 80 Zentimeter breites, offenes, simples Bücherregal vom Möbelschweden zu einem geschlossenen Schuhschrank umfunktioniert, an dem jetzt nur noch die Türgriffe fehlen.




Das neue Regal im Flur bietet derzeit nicht nur Platz für all meine Schätzchen, mit denen ich nun jederzeit Blickkontakt aufnehmen kann, sondern auch für die Schuhe meines Mannes. Dies jedoch nur so lange, bis seine sechs, sieben Paare in seinen Kleiderschrank sowie auf den Dachboden verdrängt werden, weil mich die neuen Schuhe im Online-Sale so intensiv angestarrt haben.


DIY-Trockenpusteblumen-Glück



Ist es Euch schon aufgefallen? In diesem Beitrag war nicht ein einziges Mal vom großen C die Rede. Aber es geht hier ja auch ausschließlich um Glücksmomente und nicht um all die Themen, die die gesamte Welt und mich belasten. Abschalten von all den Nachrichten, Statistiken, Vermutungen, Petitionen und Auswirkungen, die das große C auch auf unsere Familie hat, konnte ich in dieser Woche am besten draußen, in der Natur. Mein kleiner Garten und die gelben Rapsfelder drumherum haben mich in diesen Tagen besonders glücklich macht, weil sich der Frühling so mächtig ins Zeug legt.






Von jetzt auf gleich sind die weißen Tulpen aus meinem Vorgarten-Beet geschossen. Plötzlich blüht mein Edelflieder vor dem Küchenfenster und meine Hortensien zeigen erste Blätter, die ich nach zwei ungeschützten Frostnächten für dieses Jahr eigentlich schon abgeschrieben hatte.




Auch unser Trompetenbaum, dem mein Sohn zuletzt mit dem Fußball einen Hauptast weggekickt hat, und Sträucher wie Jasmin und Weigelie sowie Blut-Johannisbeere direkt vor unserer Terrasse werden langsam Nachbar-blickdicht-grün.




Was bei uns durch brutales Ausstechen definitiv am Wachsen gehindert wird, ist Löwenzahn. Mein Mann ist sonst nicht pingelig, aber Unkraut - wenn er es denn als solches erkennt - hat auf der von ihm akribisch gehegten Mini-Rasenfläche keine Chance. Für unser kleines Trocken-Pusteblumen-DIY, das mich und die Kinder in dieser Woche verzaubert hat, gingen wir deshalb auf einer nahegelegenen Wiese auf die Suche nach Löwenzahn. Wir fanden eine Handvoll Pflanzen im Zwischenstadium zwischen "Nicht-mehr-gelbe-Blüte" und "Noch-nicht-Pusteblume":




Zu Hause stießen wir Holzspieße von unten einmal durch die gesamten, röhrenförmigen Stängel, damit unsere Blumen am folgenden Tag nicht die Köpfe hängen ließen. Die Stäbe steckten wir anschließend in einen Karton, in den wir kleine Löcher gebohrt hatten.




Am nächsten Morgen war die Überraschung bei den Mäusen groß, als über Nacht gleich mehrere Pusteblumen nebeneinander aufgegangen waren. Die Köpfe waren trocken, relativ fest und hatten nur wenige Flugschirmchen verloren. Ich fixierte sie dennoch mit etwas Haarspray, so blieb meine neue hübsche Natur-Deko viele Tage in Form. Im Zustand "Trocken-Pusteblume" war selbst mein Mann vom Löwenzahn begeistert.

Probiert dieses kleine DIY mal aus! Ich verspreche Euch, dass alle Sorgen rund um das große C zumindest für einen kurzen Moment wie weggepustet sein werden.


Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah    

Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
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Samstag, 25. April 2020

Glücksmomente 02-2020: Dalgona-Coffee-Experiment, Balkonien-Probe und Apfelschäler-Test


Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbst genähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:


Balkonien-Glück



Wir haben lange gehofft, überlegt und nun in dieser Woche gehandelt: Wir haben unseren Urlaub und verschiedene Kurztrips für dieses Jahr abgesagt. Darüber, dass wir in diesem Sommer nicht mit unserem Wohnwagen Emma unter Palmen direkt am Mittelmeer stehen werden, waren wir zunächst sehr, sehr traurig. Zumal unsere arme, alte Emma nun gar nicht aus ihrem Winterquartier herauskommen wird. Was uns jetzt tröstet, ist, dass wir es uns zu Hause schön, schöner, am schönsten machen können.




Nach unserer Terrasse habe ich nun auch unseren Balkon flottgemacht. Mein Mann hat bereits Anfang des Jahres Holzdielen auf den roten Backsteinboden der Vorbesitzer verlegt. Auf den neuen Belag stellte ich erst Tisch und Stühle, die ich vom Dachboden holte, und dann unsere zwei Oleander in Kübeln, die im Keller überwintert haben. Mit meinen neuen Rattan-Blumenkästen und dem Schopflavendel, den mir der Osterhase gebracht hat, ist unser Urlaubsdomizil bestens auf uns Gäste vorbereitet.


Vorher



In dieser Woche habe ich die Saison auf Balkonien eröffnet und mich ein weiteres Mal über unser Glück gefreut, einen kleinen Garten, eine Terrasse und einen Balkon zu besitzen. Denn so haben wir gleich mehrere Reiseziele, zwischen denen wir im Sommer hin- und herjetten können: Gardinien, Balkonien und Las Terrassas. Und das unglaublich klimafreundlich.




"Life is better in Flip Flops", steht auf einem Schild in unserem Wohnwagen. Die kann man zum Glück samt Sonnenbrille, Sombrero und Parero auch zu Hause tragen. Auch schön.


Apfelschäl-Glück



Es hat eine Weile gedauert, bis die Mäuse realisiert haben, dass die Würfel, Quader, Zylinder, bis hin zu 17-eckigen Gebilden morgens in ihren Brotbüchsen und abends auf ihren Tellern eigentlich Äpfel waren. Denn Äpfel, die auf der Obstwiese in der Nähe unseres Hauses an Bäumen hängen, sind von Natur aus ja rund. Da Äpfel im Originalzustand optisch so gar nichts gemein mit dem hatten, was ich ihnen jeden Morgen in den Kita-Rucksack packte, bezeichneten sie die Objekte schlichtweg als Obst. "Birnen, Bananen, Gurken, Obst", zählten die Mäuse stolz ihren Erziehern beim gesunden Frühstück auf, was ihnen ihre Mutter in der Brotdose so mitgab. Äpfel, also echte, runde Äpfel, die gab es, so die feste Überzeugung meiner zwei Raketen, immer nur bei den anderen Kindern aus ihrer Gruppe.




   
Und ich war schuld. Weil ich weder Obst noch Gemüse, sprich: Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Gurken, Möhren und unter anderem Kohlrabi so schälen kann, dass sie anschließend noch als solche zu erkennen sind. Zu den wenigen Ausnahmen gehören Bananen und Beeren. Kleiner Scherz. Ich schiebe mein Handicap gern auf meine Linkshändigkeit, stumpfe Messer und permanente Hektik, vermute aber, dass pure Grobmotorik die Ursache für all die von mir vollkommen entstellten Früchte  ist.





Als die Mäuse -  die das mit den Äpfeln selbstverständlich längst gecheckt haben - mir vor kurzem von der "Apfelschälmaschine" erzählten, die ein Klassenkamerad mit in die Schule gebracht hatte, war ich ganz Ohr. Mithilfe einer Kurbel und ganz ohne Strom hätten die Lehrer ruckizucki Äpfel nicht nur schälen und entkernen, sondern gleichzeitig auch in lustige Spiralen schneiden können. Noch während die Mäuse berichteten, habe ich den manuellen Apfelschneider in den Warenkorb eines Online-Versandhauses gepackt.





 In dieser Woche habe ich den Apfelschäler in Ruhe ausprobiert. Ich bin schwer begeistert: Die kleine "Maschine", die eher wie ein Schraubstock aussieht, ist für mich der absolute Knaller. In wenigen Sekunden trage ich kurbelnd hauchdünne Schalen von Äpfeln und zum Beispiel Birnen ab, die gleichzeitig in dünne Spiralen geschnitten werden. Diese sind nicht nur perfekt für kleine Mausezähnchen, Obstkuchen oder zum Beispiel Dörrobst geeignet. Sondern endlich auch zum Vorzeigen: In Zukunft haben die Mäuse auch mal Äpfel in ihren Brotdosen, die sie mit ihren Klassenkameraden tauschen können.     





Coffee-Time-Glück


So wie die Briten traditionell ihre Teatime zelebrieren, genieße ich täglich meine kurze Kaffee-Pause am Nachmittag. Zwischen 15 und 17 Uhr, je nachdem, wann die Mäuse zu beschäftigt sind, um mich davon abzuhalten, schalte ich den elektrischen Milchaufschäumer ein und drücke auf die Taste unseres Vollautomaten. Allein der Geruch frisch gemahlener Bohnen, den ich regelrecht inhaliere, sorgt bei mir für sofortige Entspannung. Ich liebe mein Me-Time-Milchkaffee-Ritual. Dieser Break, der an vielen Tagen meine erste und einzige Pause ist, ist mir heilig.




In den vergangenen Tagen sah ich meine kleine, feine Zeremonie jedoch in Gefahr. Ich hatte meinem Mann von Dalgona Coffee erzählt, DEM viralen Eis-Kaffee-Trend aus Südkorea. Das fluffige Getränk wurde vor allem über TikTok bekannt und ist inzwischen überall im Internet zu sehen, weil es so mega fotogen ist. Als passionierter Kaffeetrinker - viel mehr übrigens als ich, weil er tagsüber offensichtlich mehr Pausen hat - wollte mein Mann die neue Kaffeespezialität ausprobieren, die lediglich aus vier Zutaten besteht.

Also besorgten wir lösliches Kaffeepulver, was wir in der Tat zum ersten Mal in unserem Leben kauften, und begannen mit unserem Dalgona-Coffee-Experiment, das Ihr in der Tat auch einmal wagen solltet, denn vielleicht schmeckt Euch Dalgona Coffee ja wirklich gut:

Dalgona Coffee




Zutaten:


2 Teelöffel gemahlener, löslicher Kaffee (Instant-Kaffee)
2 Teelöffel Zucker
2 Teelöffel heißes Wasser
1 Glas Milch (auch pflanzliche Milch)
Eiswürfel

Zubereitung:


Ihr verrührt Kaffee, Zucker und heißes Wasser so lange mit einem Handmixer in einer Schüssel, bis daraus eine cremig-fluffige und zugleich relativ feste Masse entsteht. Dann füllt Ihr ein Glas oder eine Tasse etwa zur Hälfte mit Eiswürfeln und fügt die Milch hinzu (bis etwa 2/3 des Gefäßes). Nun gebt Ihr den Kaffee-Schaum vorsichtig auf die Milch. Das war's schon.




Vollkommen unvoreingenommen nahm ich einen Schluck. Und verzog leicht angewidert das Gesicht. Dann probierte ich ein zweites Mal - dieses Mal mit etwas weniger Schaum und mehr Milch. Vor dem dritten Versuch hatte ich den Kaffee schon recht verzweifelt komplett unter die Milch gehoben. Nix zu machen. Unser Dalgona-Coffee schmeckte mir leider so gar nicht. Auch unser zweiter Test am folgenden Tag mit neuem Zutaten-Verhältnis scheiterte kläglich an meinem Geschmackssinn, während mein Mann sich so langsam an das Getränk gewöhnte. Für mich ist das Dalgona-Kapitel vorerst abgeschlossen.




Das laute Geräusch eines Handmixers kann, meiner Meinung nach, den Klang eines dampfenden Espressos nicht ersetzen, der - vorbei an feinstem Milchschaum - sanft zischend in meine Lieblingstasse läuft. Mit einer Tasse Milchkaffee habe ich mich gestern Nachmittag auf meine Terrasse gesetzt und beim ersten Schluck geschmunzelt. Über die erneute Erkenntnis, dass man nicht jedem Trend folgen muss, sondern durchaus seinen eigenen Geschmack behalten darf, freut sich auch unser Vollautomat: Denn der wird von mir umso fester gedrückt.




Macht's Euch zu Hause schön!
Herzliche Grüße,
Sarah

Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für einen Blog, ein Videoportal und eine Schneidemaschine.

Samstag, 18. April 2020

Her mit den neuen Glücksmomenten! Aber sofort!

NachherMorgenIrgendwann. Sofort.



"Nachher", dachte ich, "nachher nehme ich mir ein, zwei Stündchen Zeit, und dann schreibe ich." Über meine Glücksmomente, die ich in den Tagen zuvor - wie in jeder Woche - gesammelt hatte. Und die ich auf meinem Blog zusammenfassen wollte. Als Anregung zum Mitsammeln. Denn jeder von uns hat mit Sicherheit gleich mehrere Glücksmomente pro Woche. Man muss sie nur suchen, finden und sich ordentlich freuen.




Aus dem "Nachher" wurde ein "Später", aus dem "Später" ein "Wenn die Kinder schlafen", dann ein "Morgen, wenn die Kinder aus dem Haus sind", kurz darauf ein "Wenn der Nachbar mit der Motorsäge fertig ist", schließlich ein "Am Wochenende", "In den Ferien", "Nach dem Schulbeginn" und zuletzt ein "Wenn es irgendwann mal wieder etwas ruhiger ist". Das erste "Nachher", der Beginn meiner ungeplanten und irgendwie auch ungewollten Blog-Pause ohne triftigen Grund, liegt jetzt fast ein Jahr zurück.




Aber es wurde nicht ruhiger. Wird es vermutlich nie. Denn es gibt immer irgendetwas, mit dem ich mich beschäftigen muss, darf, will (in der Reihenfolge), was mich vom Schreiben abhält: Kinder, Pinsel, Nähnadeln, Wohnwagen-Gardinen, Kuchenstücke, ach was: ganze Torten, Gartenpflanzen und unter anderem Holzdielen hielt ich in den vergangenen Monaten anstelle eines Stifts an beziehungsweise in der Hand. Und viele, viele Bücher. Mein letztes Buch, "Das Café am Rande der Welt" von John Strelecky, hat mich jetzt dazu gebracht, mir endlich mal wieder Zeit für diesen Blog zu nehmen.
     
"Wenn man nicht auf das ausgerichtet ist, was man gerne tun möchte, kann man seine Energie mit einer Menge anderer Dinge verschwenden. Wenn sich dann die Gelegenheit bietet, das zu tun, was man möchte, hat man möglicherweise nicht mehr die Kraft oder die Zeit dafür." John Strelecky 

So heißt es in der inzwischen weltweit bekannten Erzählung über den Sinn des Lebens, die ich Euch in der Tat ans Herz legen möchte. Ein wundervolles, tiefgründiges, zum Nachdenken anregendes Buch des Bestseller-Autors ("The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben"), das ich auch immer wieder gern verschenke.




"Warum verbringen wir so viel Zeit damit, uns auf den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem wir tun können, was wir möchten, anstatt es einfach sofort zu tun?",

lautet eine Frage darin, die auch mich beschäftigt hat. Nicht zum ersten Mal. Und deshalb tue ich jetzt einfach mal das, was ich möchte, was mich erfüllt: Ich widme mich meinem Glücksfeder-Blog. Sofort.


Glücksmomente 01-2020: DIY-Terrassenregal, Rhabarberkuchen und Home Yoga



Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbstgenähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:


DIY-Terrassenregal-Glück



Yippie yah yey! Unsere Terrasse ist fertig. Ich muss es wiederholen, weil es so unwirklich klingt: Unsere Terrasse ist fertig. Damit knüpfe ich nahezu nahtlos (waren ja auch nur elf Monate dazwischen) an meinen letzten Beitrag auf diesem Blog an. In den vergangenen Wochen haben wir Holzdielen auf den alten Waschbetonplatten der Vorbesitzer unseres Hauses verlegt - wie genau, werde ich Euch in einem separaten Beitrag etwas ausführlicher schildern. Das jedoch nicht erst wieder in elf Monaten. Versprochen.




Mit unserem neuen Boden ist der letzte Teil unserer Terrassenrenovierung, die mit Pergola und Pausen ganze neun Jahre dauerte, jetzt endlich abgeschlossen. Was jedoch zu guter Letzt noch fehlte, war ein Regal. Mir schwebte eine größere Ablagefläche für diverse Dekogegenstände wie Windlichter, Buddhaköpfe und Blumentöpfe vor, meinem Mann eine praktische Aufbewahrungsstätte für all die Polster und Kissen von Lounge beziehungsweise Essbereich, die wir bisher nachts in unserem Esszimmer lagerten. Mir war ausschließlich die Optik wichtig, meinem Mann ausschließlich der Nutzen - wie so oft. 




Viele meiner Inspirationen finde ich im Internet und zwar im gegenseitigen Austausch mit anderen Nutzern, die ähnlich ticken wie ich. Kleiner Tipp: Sich von Menschen inspirieren zu lassen, die man sympathisch findet, macht in der Regel viel glücklicher als Menschen nachzuäffen, die man unter Umständen weder grüßt noch mag.




Auf dem wunderschönen Instagram-Account "Geliebte Heimat" von Diana habe ich mich in ein selbst gebautes Terrassenregal verliebt, von dem ich meinem Mann so lange in vielen verschiedenen Tonlagen (säuselnd, bittend, drohend) vorschwärmte, bis er mir jetzt ein ähnliches Regal zu Ostern schenkte.




Aus ganz einfachen Baumarkt-Bohlen in unterschiedlichen Breiten, ein paar Winkeln, Schrauben, etwas Farbe und Dachpappe baute mein Mann innerhalb von anderthalb Tagen einen robusten Schrank, der - wetterfest lasiert - das ganze Jahr über auf unserer nicht überdachten Terrasse bleiben kann. Um das massive Regal bei Bedarf mal hin und herschieben zu können, steht es auf vier Rollen.




Es ist so skandinavisch schön, dass ich mich an seiner Optik erfreue, und verfügt noch dazu über eine so praktische Größe, dass wir alle Kissen unterbekommen. Frau und Mann: beide happy.   
    

Rhabarberkuchen-Glück



Ich schreibe diese Zeilen mitten in der Coronavirus-Pandemie. Das muss ich an dieser Stelle erwähnen, damit sich später, in hoffentlich wieder normalen Zeiten, niemand wundert, wenn er diesen Beitrag liest: Wir befinden uns am Ende der fünften Woche, in der nahezu die ganze Welt stillsteht. Unsere Kinder gehen seit Mitte März nicht zur Schule, mein Mann und ich sind beruflich bedingt die meiste Zeit ebenfalls zu Hause. Unser Alltag in der Kontaktsperre dreht sich also seit Wochen - neben der Sorge um die Gesundheit unserer Familie und Freunde - immer wieder um Home Office, Homeschooling, Renovierungsprojekte, Entrümpelungsaktionen, Freizeitbeschäftigung der Mäuse, das Nähen von speziellen Masken, Absagen von Kommunion, Kindergeburtstagen, Arztterminen, Verwandtschaftsbesuchen, Theaterauftritten, Judo-Prüfungen und unter anderem ganzen Urlauben.




Was uns derzeit große Freude bereitet, ist, dass wir ein so schönes Zuhause mit einem kleinen Garten direkt am Feld haben. Dafür sind wir dankbar. Und leckeres Essen. Für meinen Mann ist das ein frisch gegrilltes Steak, für den Mäuserich "Wuast", für die Zaubermaus Schokolade und für mich: Kuchen. Backen entspannt mich, obwohl ich dabei immer irgendetwas falsch mache, weil ich es mit den Zutaten nicht so genau nehme. Ich habe in den vergangenen Wochen zur Entspannung viele Kuchen (mit wenig Mehl und ohne Hefe) gebacken. Nervennahrung.




Damit niemandem aus meiner Familie auffiel, was dabei so alles schieflief, probierte ich stets neue Rezepte aus - so blieb der Wiedererkennungseffekt aus. Auch diesen Rhabarberkuchen mit Baiser habe ich zum ersten Mal gebacken. Das Rezept, das ich wie immer (versehentlich ;-)) leicht abgewandelt habe, habe ich bei EatSmarter! entdeckt. Das Ergebnis konnte sich trotz kleiner Patzer ausnahmsweise sehen und schmecken lassen. Probiert selbst!




Rhabarberkuchen mit Baiser



Zutaten:


200 Gramm Dinkelmehl
100 Gramm Zucker
2 Prisen Salz
1 Teelöffel Zitronenschale
5 Eier
125 Gramm Butter
500 Gramm Speisequark (Magerstufe)
1 Teelöffel Vanillemark oder Vanillearoma
750 Gramm Rhabarber
2 Esslöffel Speisestärke
3 Esslöffel Puderzucker



    

Zubereitung:


Ihr verrührt zunächst das Mehl mit 50 Gramm! (an dieser Stelle gut aufpassen und nicht 100 Gramm nehmen ;-)), einer Prise Salz, etwas Zitronenschale, einem Ei und 125 Gramm Butter, die möglichst weich sein sollte, zu einem glatten Teig. Den Teig formt Ihr zu einer Kugel, die Ihr für etwa 30 Minuten abgedeckt im Kühlschrank parkt.
Für den Belag trennt Ihr die restlichen vier Eier. Dann verrührt Ihr mit einem Handmixer oder einer Küchenmaschine die vier Eigelbe mit dem Quark, dem restlichen Zucker (das sollten bestenfalls noch 50 Gramm sein), der Speisestärke, dem Vanillemark bzw. -aroma, der zweiten Prise Salz und der restlichen Zitronenschale. Jetzt schält Ihr den Rhabarber und schneidet ihn in ein bis zwei Zentimeter dicke Stücke, bevor Ihr ihn unter die Quarkmasse hebt.




Anschließend fettet Ihr eine runde Backform (ich hatte eine Tarte-Form) ein, rollt den Teig aus dem Kühlschrank auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus - etwas größer als Eure Form - und legt die Form damit aus. 
Darauf verteilt Ihr nun die Quark-Rhabarber-Masse und schiebt das Ganze für etwa 45 Minuten in den auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) vorgeheizten Backofen.




In der Zwischenzeit schlagt Ihr die vier Eiweiße mit dem Puderzucker steif. Den Eischnee verteilt Ihr auf dem Kuchen, den Ihr abschließend für zehn weitere Minuten bei gleicher Temperatur in den Ofen schiebt, wo er hoffentlich eine goldgelbe Baiserhaube bekommt. So yummy!



  

Digitales Glück



Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Mittel, wie man sieht. ↓




Für uns als Familie bedeutet der durch das Coronavirus bedingte Shutdown, dass sich plötzlich sehr viel auf digitaler Ebene abspielt. Mein Mann konferiert mit seinen Kollegen via Firmen-Laptop im Schlafzimmer, während die Zaubermaus in ihrem Zimmer mit ihrer Ballettlehrerin auf YouTube Spagat trainiert, und der Mäuserich im Wohnzimmer per Videotelefonie mit seiner Musikschullehrerin Klavier übt. Die Mäuse konnten mithilfe einer noch nie dagewesenen Vielfalt an Online-Angeboten in den vergangenen Wochen vor dem Bildschirm Sport machen, Englisch lernen und unter anderem den Kreuzweg samt Jesus, Judas und Berg Golgota basteln, weil sich selbst unsere Kirche im Netz einige spannende Mitmach-Aktionen rund um Ostern einfallen ließ. Nur an unserem Hund Oscar geht das Thema Digitalisierung komplett vorbei: Er bellt noch immer analog den Briefträger an.




Da die Anzahl internetfähiger Geräte in unserem Haus begrenzt ist, musste ich am Mittwochabend ganz schön um mein Tablet kämpfen. Ich hatte jedoch einen wichtigen Termin: Ich wollte zum Yoga. Ich hatte mir  - wie sonst auch - eigens die Füße pedikürt, meine Yoga-Leggings aus dem Kleiderschrank gesucht und meine Matte aus dem Keller geholt, die ich pünktlich um 18 Uhr ausrollte. In unserem Wohnzimmer.





Nicht in dem Ruhe und Kraft spendenden  Physio Yoga Loft, in dem ich seit drei Jahren bei Melanie und ihrem Team Yoga praktiziere, sondern zwischen Couchgarnitur, Kamin und dem Playmobil-Einkaufszentrum der Mäuse lag ich mit geschlossenen Augen auf meiner Yoga-Matte... und  entspannte mich tatsächlich. Vollkommen konzentriert auf die vertraute Stimme meiner Lehrerin, die mir und den anderen Teilnehmern per Internet Anweisungen gab, vergaß ich beim Online Yoga ziemlich schnell, wo ich war.




Dass mein Blick direkt nach der Abschlussübung auf die Knete-Reste auf dem Teppichboden fiel, holte mich zwar schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die digital gewonnene Entspannung hielt jedoch über den Abend hinaus noch lange an. Und die Freude darüber, dass ich zu Hause bleiben kann, um andere Menschen und mich zu schützen - ohne dabei auf meine geliebte Yoga-Stunde verzichten zu müssen.

Stay home, stay safe!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für einen Blog, ein Buch, You Tube, einen Instagram-Account, eine Online-Rezeptsammlung, eine Küchenmaschine, Kinderspielzeug und ein Yoga-Zentrum.