Sonntag, 21. Oktober 2018

Glücksmomente 07-2018: Neuer Couchtisch, neuer Auflauf, neue Tunika


Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbstgenähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag.

Drei bis fünf meiner Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:



Couchtischglück



Shabby Chic, Scandinavian Design, Boho Style: Wenn ich pausenlos jedem Einrichtungstrend folgen würde, käme ich (beziehungsweise mein Mann) aus dem Möbelrücken, Wändestreichen und Umdekorieren nicht mehr heraus. Das, was ich regelmäßig auf Instagram bewundere, wäre mir selbst viel zu anstrengend. 

Ich mache es mir zwar auch gern schön, gehe mit der Zeit und gönne mir hin und wieder neue Kissen, Teller sowie zum Beispiel Duftkerzen. Unser Haus stelle ich jedoch nicht alle drei Monate komplett auf den Kopf, nur um die angesagtesten Interieur-It-Peaces in den neuesten Regalen zu präsentieren, für die - ganz nebenbei - jedes Mal frische Löcher in die Wände gebohrt werden müssen und zwar möglichst parallel zu den Fenstern, zu denen gleichzeitig das Geld herausfliegt. 

Wenn die Dinge bei uns zu Hause ihren festen Platz gefunden haben, dann bleiben sie dort gefälligst auch eine ganze Weile: Wochen, Monate, Jahre. Ich bin nämlich - in Sachen Wohnen - eine ganz treue Seele.  



Mein Neuer.


Deshalb stand auch unser alter Couchtisch zehn Jahre unverrückbar in unserem Wohnzimmer. Nicht ein einziges Mal hatte ich daran gezweifelt, ob er überhaupt noch zu uns und dem Rest des Raumes passt. Massiv, in einem warmen Braunton, passend zum Esszimmertisch und mit einer praktischen Schublade versehen, in der wir unseren Drucker, ein Schachbrett sowie die Fernbedienungen verstauten, leistete uns der gute Truhentisch treue Dienste. 

Bis ich sein Dasein plötzlich infrage stellte. Aus heiterem Himmel schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass eine weiße, kleinere Alternative unser Wohnzimmer vielleicht viel heller, luftiger, größer wirken lassen könnte.


Mein Alter (Couchtisch).

Bevor ich meinem Mann meine Idee verkündete, hatte ich bereits im Internet einen günstigen, gebrauchten Tisch entdeckt: Hell statt dunkel, rund statt rechteckig, klein statt groß, sehr günstig statt teuer - also das Gegenteil von unserem alten Couchtisch und so schön. Mein Mann sagte nicht Nein (aber irgendwie auch nicht Ja) - und somit gehört der runde Ikea-Glastisch nun uns. Für Drucker, Fernbedienung und Schachbrett haben wir jetzt andere Plätze gefunden, auch meine Tischdeko habe ich reduziert.

Ich liebe unser neues Wohnzimmer, das durch den kleinen Tisch auf einmal ganz anders wirkt. Irgendwie echt stylish. Zwar bewahren wir den alten Truhentisch noch im Keller auf. Ich bezweifle aber schon jetzt, dass er jemals an seinen angestammten Platz zurückkehren wird. Denn wer glücklich sein will, braucht Mut zur Veränderung. Und den habe ich gelegentlich.





Nähmaschinenglück



Ich kann nicht sagen, wie oft ich in den vergangenen Jahren abends kopfschüttelnd und fluchend unter unseren Tischen herumgekrochen bin, um Papierschnipsel aufzulesen, Wollreste vom Teppich zu sammeln und minikleine Glitzerperlen vor dem Staubsauger zu retten. Die Zaubermaus hat 1451 kreative Hobbys: Malen, basteln, sticken, töpfern, weben,... . 

Jedes Mal, wenn ich mit hochrotem Kopf den Boden nach Nanoteilchen absuche und mich beschweren möchte, lacht mein Mann mich aus. "Die Maus ist halt dein Mini-Me - die kreative Ader hat sie von dir", sagt er dann - und ich befürchte, dass er ausnahmsweise recht hat. 



Das wird ein Octopus zum Kuscheln aus einem Nähbuch für Kinder.


Seit dieser Woche teilen die Zaubermaus und ich uns eine weitere gemeinsame Leidenschaft: Wir nähen jetzt auch ganz offiziell zusammen an meiner Nähmaschine (keine Sorge, ich sitze direkt neben ihr und übernehme noch immer die komplizierten Stellen für sie). 



Mini-Me


Denn die Maus hat mit ihrer Freundin einen eintägigen Kinder-Nähkurs der Volkshochschule in der hübschen, kleinen Nähwerkstatt Grebenstein besucht und  ihren Nähmaschinenführerschein bestanden. Sie hat Stoff zugeschnitten,  mit Gerad- sowie Zickzackstich gearbeitet, unter anderem Applikationen befestigt und somit eine zuckersüße Eule genäht, die sie seitdem überall herumträgt. Sie ist so stolz und ich bin es mit ihr. 



Bestanden: Die Zaubermaus hat ihren Nähmaschinenführerschein gemacht.


Von der Freude der Zaubermaus angesteckt, habe auch ich mich abends, als sie schlief, an meine Nähmaschine gesetzt und mir eine Tunika nach dem E-Book "Fine" von Evli's Needle genäht, die auf Anhieb wie angegossen passte. Ich war total überrascht. Nach all den Loops, Mützen, Kleidern, Kapuzenpullis, Shorts und Röcken, die ich bisher für die Mäuse angefertigt habe, ist das seit Jahren das erste Kleidungsstück, das ich ausschließlich für mich genäht habe. Ich will es gar nicht mehr ausziehen.



Toller Sweat, toller Schnitt: Ich habe mir das Kleid beziehungsweise die Tunika "Fine" von Evli's Needle genäht.


Bevor ich jedoch in die Serienproduktion gehen konnte, weil mir der Schnitt so mega gefällt,  musste ich meinen Platz an der Nähmaschine schon wieder räumen. Die Maus will üben - damit sie ihre Schals, Mützen und Röcke irgendwann selbst nähen kann. Dann habe auch ich wieder mehr Zeit für meine eigenen 1451 kreativen Hobbys.



So sehe ich aus, wenn ich mich über ein neues Lieblingsteil freue. Manchmal hüpfe ich auch. Doch dann sehe ich nicht mehr scharf aus - fototechnisch betrachtet. 


Auflaufglück



Keine Plüschteddys, keine Kaffeetassen, keine Sonnenbrillen, Handtaschen, Schuhe und erst recht keine Armbanduhren: Ich sammele schon lange keine Gegenstände mehr. Ich sammele kleine bis große Katastrophen und Glücksmomente. Das reicht. Auch Bücher und Zeitschriften werden von mir in der Regel nur einmal gelesen und dann an Freunde oder Nachbarn weitergegeben. 

Einzige Ausnahme: Das Koch-Magazin "Lecker", das ich mir hin und wieder gönne. Das bewahre ich auch nach dem Lesen noch lange auf, weil es so klein, fein und voller Rezepte ist, die ich nach und nach ausprobiere. Meine Kinder verdrehen zwar jedes Mal die Augen, wenn sie sehen, dass die Zeitschrift aufgeschlagen in der Küche liegt (neulich haben die zwei Banausen sie sogar unter der Couch versteckt, damit ich sie nicht finde). Denn das ist das Zeichen dafür, dass sie sich beim Mittagessen auf neue Geschmackserlebnisse einlassen müssen. Und da kenne ich kein Pardon: Bei uns wird stets wenigstens einmal probiert, bevor man den Happen bei Bedarf wieder angeekelt (aber bitte dezent) ausspucken darf. 






In dieser Woche habe ich die "Schupfnudelpfanne - Schneller Teller", die "Turbo-Pfanne aus Kasseler und Spitzkohl" sowie den "Pfirsichfun-Reisauflauf"  ausprobiert. Vor allem der Pfirsichfun-Reisauflauf hat es uns angetan, weil ich bisher nur wenig süße Aufläufe in meinem Repertoire habe.

Hier kommt das Rezept aus der "Lecker", das ich nach unserem Geschmack umgewandelt habe, indem ich unter anderem die Pfirsiche gegen Aprikosen austauschte. 






Aprikosen-Milchreis-Auflauf 

(nach dem Rezept "Pfirsichfun-Reisauflauf aus dem Magazin "Lecker")


Zutaten 
(für vier Personen)

600 Milliliter Milch
eine Prise Salz
abgeriebene Schale von einer Bio-Orange
150 Gramm Milchreis
50 Gramm Butter
eine Dose (850 Milliliter) Aprikosen
zwei Eier
100 Gramm Zucker
ein Päckchen Vanillezucker

Zubereitung

Ihr heizt den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze oder 160 Grad Umluft) vor. Dann gebt Ihr Milch, eine Prise Salz und die Orangenschale in einen Topf und lasst das Ganze aufkochen. Jetzt fügt Ihr den Milchreis hinzu und lasst die Mischung bei niedriger Temperatur etwa 20 Minuten weiterköcheln, während Ihr sie gelegentlich umrührt. Nun legt Ihr eine Auflaufform mit Backpapier aus (Ihr könnt sie auch mit Butter fetten) und lasst die Aprikosen abtropfen, bevor Ihr sie in Spalten schneidet. 
Anschließend trennt Ihr die Eier und schlagt das Eiweiß mit einer Prise Salz steif. Dabei lasst Ihr die Hälfte des Zuckers (50 Gramm) einrieseln.
Als Nächstes rührt Ihr das Eigelb, die Butter, die andere Hälfte des Zuckers (50 Gramm) und den Vanillezucker zügig unter den Milchreis im Topf. Anschließend hebt Ihr etwas mehr als die Hälfte der Aprikosen darunter, dann den Eischnee und gebt schließlich die komplette Masse in die Auflaufform. Zum Schluss streut Ihr noch die restlichen Aprikosenspalten über den Auflauf, bevor Ihr ihn für etwa 30 Minuten im Ofen backt.





Recht simpel und so lecker, dass die Mäuse nach dem ersten zaghaften Probieren ihre Teller leer aßen und sogar Nachschlag verlangten.   


Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für eine Koch-Zeitschrift, ein E-Book von Evli's Needle, eine Nähwerkstatt und Ikea.


Donnerstag, 18. Oktober 2018

Unser Schreckgespenst heißt Pseudokrupp: Wie wir uns bei einem nächtlichen Anfall verhalten

Scharlach, Mittelohrentzündung, gebrochene Arme, Magen-Darm: Als ich vor acht Jahren wusste, dass ich Mama werde, war ich auf viele Kinderkrankheiten gefasst. Nicht auf Pseudokrupp. Dabei zählt Pseudokrupp zu den häufigsten, akut auftretenden Krankheitsbildern bei Kindern, wie ich mittlerweile weiß: Experten gehen davon aus, dass etwa zehn bis 15 Prozent aller Jungen und Mädchen im Alter von einem bis sechs Jahren mindestens einmal einen Anfall erleiden. Ich hatte jedoch darüber zuvor weder etwas gehört noch gelesen - und ich bin eigentlich ganz gut informiert. Bis meine Tochter mit etwa vier Jahren ihren ersten Pseudokrupp-Anfall hatte. Weil auch der Mäuserich seit seinem vierten Lebensjahr immer mal wieder davon heimgesucht wurde, ist Pseudokrupp für uns das Schreckgespenst, das uns bereits in einigen Nächten fies erschreckt und um den Schlaf gebracht hat.




Der erste Pseudokrupp-Anfall der Zaubermaus ereignete sich mitten in der Nacht. Wir wurden - aus heiterem Himmel - von einem lauten, trockenen Husten aus dem Zimmer der Zaubermaus geweckt, den wir in dieser Form zuvor noch nie bei ihr gehört hatten. In den vorherigen Tagen hatte sie etwas Schnupfen gehabt und an jenem Abend war sie heiser gewesen - sonst gab es keine weiteren Anzeichen. Keine Bronchitis, kein Asthma, keine vorherigen Grunderkrankungen, kein Husten am Tag. Bis auf die Heiserkeit, die manchmal ein paar Stunden vor dem Anfall auftritt, gibt es bei meinen Kindern nach wie vor keine Symptome, die uns vor Pseudokrupp warnen könnten. 

Die Mäuse schlafen friedlich ein, bevor sie in den frühen Nachstunden - bei uns war das bisher in der Regel zwischen 23 und 4 Uhr nachts - mit einem extrem lauten, bellenden Husten erwachen, der mich an das Bellen eines Seehundes oder an das Blöken eines Schafes erinnert. So typisch-anders husten meine Kinder ausschließlich bei Pseudokrupp. 





Wir eilten damals zur Zaubermaus, die sich an den Hals fasste, nur noch leicht  krächzte und weiter hustete. Sie zog die Luft beim Einatmen laut ein und begann zu weinen. Als die Atemnot zunahm und die Maus panisch wurde, weil sie nicht wusste, was da in ihrem Hals "steckte" - so beschrieb sie die Enge im Kehlkopf -  wurde auch mir mulmig. Irgendwie gelang es mir, den kleinen Wurm etwas zu beruhigen, während wir uns und den Mäuserich nebenher anzogen und mitten in der Nacht ins Krankenhaus fuhren. 

Schon im Auto, als wir mit geöffnetem Fenster durch die Nacht fuhren, beruhigte sich die Zaubermaus - und mit ihr der Husten. Sie bekam besser Luft. Als wir im Krankenhaus ankamen, war der Anfall vorbei und wir zunächst sehr verunsichert. Bis uns der Kinderarzt, der die Maus gründlich untersucht und auch ihre Sauerstoffsättigung überprüft hatte, über Pseudokrupp aufklärte. Bei Pseudokrupp handele es sich um den abrupt einsetzenden Beginn einer Erkältung. Der folgende Infekt mache sich dadurch bemerkbar, dass die Schleimhäute in der Luftröhre anschwellen - und zwar im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder, erläuterte uns der Arzt damals. Da ihre Luftröhre noch recht eng sei, seien vor allem Kleinkinder von den Anfällen betroffen. Bei Kindern, die zu Pseudokrupp neigten, könnten die Anfälle in etwa bis zum Schuleintritt wiederholt auftreten. Danach verringere sich die Wahrscheinlichkeit, weil die Luftröhre nicht mehr so schnell anschwellen könne. Pseudokrupp-Anfälle verliefen in der Regel harmlos, vorschnell auf die leichte Schulter sollte man sie dennoch nicht nehmen, sagte der Kinderarzt.



Griffbereit: Das kortisonhaltige Zäpfchen, das uns der Kinderarzt verordnet hat, bewahren wir sonst im Kühlschrank auf. In Nächten, in denen ich mit einem Pseudokrupp-Anfall rechne, lege ich es in meinen Nachttisch.
   
Er verabreichte meiner Tochter noch ein kortisonhaltiges Zäpfchen zum Abschwellen der Schleimhäute  und gab uns - neben ein paar Tipps - ein zweites Zäpfchen für einen möglichen weiteren Anfall in der folgenden Nacht mit nach Hause. Das Zäpfchen, das es übrigens nicht frei zu kaufen gibt, sondern von einem Arzt verordnet wird, haben wir stets im Kühlschrank parat (ich achte auch darauf, dass wir stets zwei in unserer Urlaubsapotheke mit an Bord haben). 

In jener Nacht machte ich kein Auge mehr zu. Ich lauschte auf jeden Atemzug der Zaubermaus. Zum Glück blieb alles ruhig. Am kommenden Tag erholte sich die Zaubermaus zu Hause - von dem bellenden Husten war tagsüber nichts mehr zu hören. Sie war putzmunter. In der zweiten Nacht wurden wir erneut vom bellenden Husten der Zaubermaus geweckt. Da ich nun jedoch wusste, was dahintersteckte, hatten wir den vergleichsweise leichten Anfall schnell im Griff. Wir öffneten das Fenster und zählten Sterne. Ein Zäpfchen musste ich nicht geben. Direkt im Anschluss bekam die Maus eine Erkältung. 


Fenster oder Balkontüren öffnen: Die frische, kalte Nachtluft hat unseren Mäusen bisher stets gutgetan, wenn sie Pseudokrupp-Anfälle hatten.


Schon bald entwickelte ich ein Gefühl dafür, in welchen Nächten eventuell mit einem Pseudokrupp-Anfall zu rechnen war. Vor allem an nebligen, nasskalten Tagen beziehungsweise Abenden zwischen Anfang Oktober und Ende März, die ein wenig an die Atmosphäre eines Gruselfilms erinnern, hänge ich abends vorsorglich gern mal ein Handtuch über die Heizung in den Kinderzimmern, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Vor allem, wenn in Kindergarten beziehungsweise Schule mehrere Kinder gleichzeitig erkältet sind, und meine zwei Mäuse noch nicht, habe ich den Gedanken an Pseudokrupp im Hinterkopf. Man kann Pseudokrupp jedoch nicht verhindern.

So verhalten wir uns bei einem möglichen Pseudokrupp-Anfall:


  • Sind meine Mäuse an neblig-trüben Abenden heiser, schlafen sie in unserem Bett. 
  • Auf die Heizung im Schlafzimmer hänge ich ein feuchtes Handtuch, manchmal stellen wir auch einen Wäscheständer mit der noch feuchten Wäsche im Schlafzimmer auf.
  • Allgemein lüfte ich die Schlafräume gut durch. 
  • Neben das Bett stelle ich das Inhaliergerät mit Kochsalzlösung der Mäuse, und in die Schublade meines Nachttischs lege ich ein Kortison-Zäpfchen. 
  • Kommt es zu einem Anfall, beruhige ich mein Kind, wickele es ganz dick in unsere Bettdecke ein und setze mich mit ihm vor das geöffnete Fenster, während ich es inhalieren lasse. 
  • Bekommt es trotz der kühlen Nachtluft in der folgenden Viertelstunde noch schlecht Luft, gebe ich ihm ein Zäpfchen, das laut Medizinern innerhalb von 20 Minuten erfolgreich wirken sollte, und setze mich erneut ans Fenster. Wir zählen Glühwürmchen oder suchen nach Nachbars Katze - ich lenke mein Kind mit allen Mitteln ab.
  • Tritt keine Besserung ein, fahren wir zum Kinderarzt beziehungsweise dem Kinderärztlichen Notdienst - ist ja meist mitten in der Nacht. Nach einer genauen Untersuchung, bei der weitere Erkrankungen ausgeschlossen wurden, durften wir bisher immer wieder direkt nach Hause. 
  • Am Morgen danach suchten wir jedes Mal den Kinderarzt der Mäuse auf, der sich nach jedem Anfall stets ein Bild von unserem kleinen Patienten machten möchte. 
  • Ich gebe meine Kinder am Folgetag weder in Kindergarten beziehungsweise Schule noch zu irgendwelchen Nachmittagsaktivitäten, damit sie sich in Ruhe erholen können.
  • Auch lasse ich sie am Tag nach dem Pseudokrupp-Anfall dreimal mit Kochsalz inhalieren (das letzte Mal gegen 17 Uhr, um die nächtliche Hustenproduktion nicht anzuregen).

Die Folgenächte waren bei uns bisher in der Regel ruhig. Überhaupt beschränkten sich die Pseudokrupp-Anfälle der Mäuse auf die Herbst- und Wintermonate. Die Zaubermaus geht in die zweite Klasse, der Mäuserich ist sechs: Dem typischen Pseudokrupp-Alter sind sie langsam entwachsen. Mit etwas Glück bleiben wir in den kommenden Wochen verschont. Und falls nicht, bewahren mein Mann und ich Ruhe. Denn wenn wir Großen nicht in Panik verfallen, beruhigen sich auch die Kleinen meist recht schnell wieder.  




Bleibt ruhig - vor allem aber: bleibt gesund!
Herzliche Grüße,
Sarah


* Ich bin keine Medizinerin, sondern Journalistin. Die Angaben, die ich in diesem Beitrag mache, basieren ausschließlich auf Gesprächen mit Kinderärzten und meinen persönlichen Erfahrungen. Bei weiteren Fragen zu diesem Thema wendet Euch bitte an einen Arzt, der Euch individuell beraten kann.
** Unbeauftragte und unbezahlte Werbung für ein rezeptpflichtiges Arzneimittel.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Glücksmomente 06-2018: Ferien mit Chai-Tee und Zupfkuchen

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbstgenähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. 

Drei bis fünf meiner  Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:

Gärtnerglück


Ich habe Herzchen in den Augen - und zwar jedes Mal, wenn ich einen Blick aus meinem Küchenfenster werfe. Denn da steht es in der Sonne: mein neues Hochbeet, das ich mir so lange gewünscht habe. Bereits vor Jahren hatte ich einen zaghaften Versuch gestartet, in einem kleinen Boden-Beet Salat, Möhren, Radieschen und Tomaten zu züchten. Da unser Hund Oscar hin und wieder das Beinchen an meinem frisch gewachsenen Rhabarber hob und sich die Schnecken über die kleinen Salatköpfe hermachten, was ich so gar nicht lecker fand, gab ich dieses Projekt schnell wieder auf und beschränkte mich vorerst auf den Anbau von Beeren. 




Seit einiger Zeit schwirrte mir die Idee durch den Kopf, es mal mit einem Hochbeet zu versuchen - denn da kommen in der Regel weder Hund noch Schnecken drauf. Weil wir vier, bereits weiß gestrichene, Paletten im Keller stehen hatten, die nach dem Bau unserer DIY-Terrassenlounge noch übrig waren, suchte ich im Internet nach einem Plan für ein Palettenhochbeet, den mein Mann jetzt als kleine Überraschung für mich (wer braucht schon Blumen und Pralinen...;-)) in die Tat umsetzte. 


Men at work


Der Oktober zählt normalerweise nicht zu den Monaten, in denen man noch mit der Aussaat beginnt.  Das weiß selbst ich inzwischen, obwohl ich nicht Mitglied im Team Grüner Daumen bin. Da wir in den vergangenen Wochen jedoch noch immer überwiegend sommerliche Temperaturen hatten, habe ich es gewagt und extra schnell wachsenden Pflücksalat gesät. Als sich Anfang der Woche die ersten Mini-Pflänzchen zeigten, habe ich mich total gefreut. Ich hoffe, die kleinen grünen Köpfchen geben jetzt noch ordentlich Gas, damit wir vor dem Frost unseren ersten Salat ernten und essen können.




Chaiglück

Zu meinen festen Ritualen am Tag gehören erst ein Milchkaffee am Vormittag, den ich mir selbst mache, nachdem ich die Kinder weggebracht habe. Als kleine Belohnung für den morgendlichen Aufweck-Bettenmachen-Waschen-Zähneputzen-Sockensuchen-Müslizubereiten-Pausenbrotmachen-Zöpfeflechten-Mützefinden-Mäusewegfahren-Stress. Und dann ein Kaffee am Nachmittag mit extra viel Milchschaum, den mir häufig mein Mann zubereitet, wenn er mal etwas früher von der Arbeit kommt. Denn der ist als Barista unschlagbar. In diesen zwei Lieblingsmomenten am Tag komme ich kurz zur Ruhe, um direkt danach weiter durch Haus, Garten und die Gegend zu flitzen. Zwei halbe Tassen mild - mehr Kaffee vertrage ich nicht, ich könnte sonst abends nicht einschlafen.

In meine morgendliche Kaffee-Routine habe ich in dieser Woche etwas Abwechslung gebracht: Ich trinke jetzt Chai-Tee. Und zwar so, wie ich ihn vor neun Jahren zum ersten Mal mit meinem Mann in New York getrunken habe: mit wenig, tiefdunklem Rotbuschtee mit Kräutern, Gewürzen, Honig, Vanille, Zitrone und ganz viel leckerem Milchschaum. Ich war damals direkt verliebt in diesen Tee (in meinen Mann sowieso). Seitdem bestelle ich auch in Cafés - wenn vorhanden - lieber Chai-Tee als Latte Macchiato.




Beim Einkaufen habe ich jetzt die Sorte New York Chai von Teekanne entdeckt, die ich mir so zubereite:
  • Ich koche in einem Topf etwas Wasser und fülle etwa ein Drittel einer Tasse damit. 
  • Während der Teebeutel darin etwa fünf bis sieben Minuten zieht, bereite ich mir mit unserem Kaffeevollautomaten Milchschaum zu (Menge: etwa zwei Drittel einer Tasse), den ich anschließend über den Tee gieße. Leicht umrühren, fertig.
So lecker. Ich freue mich schon jetzt wieder auf morgen Vormittag (obwohl uns da der böse Alltag wieder hat, weil die Ferien zu Ende sind).

Ausflugsglück


Urlaub. Endlich Urlaub. Mein Mann hatte die ganze Woche frei. Da wir in diesem Jahr mit unserem Wohnwagen bereits in Holland und Frankreich waren, hatten wir beschlossen, unserer Emma mal eine Pause zu gönnen. Wir sind zu Hause geblieben und haben einige Punkte auf unserer To-Do-Liste erledigt, die dort schon lange standen. Ganz weit oben: Entspannen. Direkt darunter: Ausflüge mit den Mäusen, nähen, Yoga, Kuchen backen, Autoreifen wechseln, meinen Eltern im Garten helfen. Sehr weit unten: Fenster putzen (noch nicht abgehakt). 

Der Edersee bei Asel


Wir haben in den Ferien gleich mehrere nordhessische Naherholungsgebiete unsicher gemacht. Bei der Greifvogelschau im Tierpark Sababurg beobachteten wir bei strahlendem Sonnenschein Falken, Bussarde und unter anderem Adler, die majestätisch über unseren Köpfe kreisten. 


Greifvögel im Tierpark Sababurg bei Hofgeismar 


Cooler Kauz (rechts)


Wir streiften zu Fuß durch den Edersee und suchten auf dem Seeboden nach versunkenen Schätzen - aus Hessens größtem Stausee hat man nämlich das Wasser gelassen. Wir waren im Thermalbad in Bad Karlshafen und im Kletterpark in Kassel. Es war alles so herrlich unkompliziert, weil die Mäuse jetzt schon relativ groß sind, dass wir Punkt eins auf unserer Liste gleich mehrfach durchstreichen konnten: entspannen. Kurzurlaub in der Heimat kann nämlich auch erholsam sein.




Zupfkuchenglück

Die Zaubermaus wollte backen. Allein. Nachdem sie etwa sieben Jahre lang in ihrer Spielküche und im Sandkasten mitunter mehrstöckige Torten zubereitet und mir beim Backen schon häufig geholfen hat, fand sie, dass es nun an der Zeit sei, dass ich ihr endlich meine Küche überlasse. Und das machte ich gern.     




Sie suchte sich aus einem ihrer Kinder-Backbücher "Mein erstes Backbuch - Sendung mit der Maus" ein Rezept für Russischen Zupfkuchen heraus, kletterte auf einen Stuhl, um sich aus meinen Schränken sämtliche Zutaten herauszusuchen und machte sich dann ans Werk. Mehl, Quark, Zucker abwiegen, verrühren, auf ein Blech füllen und unter anderem Teig zupfen: Bis auf das Trennen der Eier schaffte sie alles ohne meine Hilfe. Ich weiß nicht, wer stolzer war: Die Maus auf ihren ersten komplett selbst gebackenen Kuchen oder ich als Mama, die das erste Stück probieren durfte. Es war köstlich (und das sage ich nicht nur, weil ich ihre Mama bin). Das fand die Zaubermaus übrigens auch, die jetzt weiß, wie viel Arbeit in einem Stück Kuchen steckt - und deshalb in Zukunft auch immer schön brav von jedem Kuchen probieren wird, den ihre Mama backt (möge er auch noch so misslungen sein). 




Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für einen Tierpark, ein Buch und eine Teesorte.
  


Freitag, 12. Oktober 2018

Hex-hex! Pflasterfarbe, wechsel dich! Mit diesem DIY-Trick zauberten wir uns eine dunkelgraue Einfahrt

Ich muss jetzt so manche heimlich gehegte Erwartung an meine Person leider enttäuschen: Ich bin keine Hexe. ;-) Aber ich kann trotzdem zaubern. Weil ich eine Mama bin. Ich kann machen, dass aufgeschürfte Knie von jetzt auf gleich nicht mehr wehtun, dass Spielzeugautos nach einem Frontalsturz vom Balkon wieder hupen, und dass Filzstift auf hellen Couchbezügen unsichtbar wird. Ich kann verloren geglaubte Mini-Legoteilchen im Aquarium wiederfinden und unsere Küche nach dem gemeinsamen Plätzchenbacken innerhalb von einer Sekunde wieder in Ordnung bringen: Ich mache „Abrakadabra“ das Licht aus. Zu meinen legalen Tricks gehören auch kräftiges Pusten und Knuddeln, ein großer Vorrat an Einhornpflastern, Schmutzradier und immer genug Trostschokolade in der Handtasche (für mich selbstverständlich).




Weil mein bezaubernder Mann und ich seit der Geburt unseres ersten Kindes magische Kräfte besitzen, die sich mittlerweile auf alle Bereiche erstrecken, haben wir innerhalb weniger Nachmittage unsere komplette Einfahrt erneuert. Die war nämlich ursprünglich (im Jahr 1987) rot, später verblichen rosa und ist „Simsalabim“ jetzt dunkelgrau. Und zwar ohne dass wir nur einen Stein entfernt oder neu verlegt haben. Es war auch - wieder mal - keine Firma am Werk, die uns die 30 Jahre alte Zufahrt neu gepflastert hat. Nur wir und - Trommelwirbel, „HokuspokusfidibusdreimalschwarzerKaterhexhex“ - drei Eimer Farbe. Klingt unglaublich, ist aber wahr: Wir haben die Steine unserer Einfahrt mit einer speziellen Betonlasur gestrichen. Nur mit einem Pinsel und einer Rolle. 



Neue Farbe, neues Glück: Abschnitt für Abschnitt haben wir die Betonlasur zunächst mit einem Pinsel aufgetragen (hier das Ergebnis der Pinselrunde), bevor wir in einem zweiten Durchgang noch einmal mit der Rolle drübergingen.

Gekostet hat uns die neue Einfahrt, die jetzt in einem satten Anthrazit glänzt, gerade mal 75 Euro (etwa 25 Euro pro 2,5-Liter-Eimer). Und unsere Einfahrt misst gute 50 Quadratmeter. Verglichen mit den Kosten für neue Steine in dieser Größenordnung, ist das ein Klacks. Weil unsere Pflasterrenovierung im Handumdrehen nach einer kleinen Sensation klingt, haben uns unsere Nachbarn mit ähnlich alten Einfahrten und Gartenwegen bereits in Scharen besucht.





Die Betonlasur soll laut Hersteller eigentlich die verblichenen Farbtöne älterer Steine (unter anderem auch Gehwege) wieder auffrischen. Wir haben mit der Lasur gleich für einen kompletten Farbwechsel gesorgt: von leicht altbackenem Rosa hin zu modernem Dunkelgrau. Auch sämtliche Flecken sind unter dem Anstrich nahezu verschwunden, die sich im Laufe der Jahre auf den Pflastersteinen angesammelt haben. 



Vorher...nachher

Denn das war der Auslöser für unsere Pflastermalerei: Nachdem wir sämtliche Teile unseres Wohnwagens ausgebaut und weiß gestrichen hatten, war auch unsere Einfahrt weiß gepunktet. Ich halte nämlich Abdeckfolien allgemein für überflüssig, da ich Farbe sowieso überall hinkleckse, nur eben nicht auf Abdeckfolien - und erst recht nicht auf die zu streichenden Teile. Sämtliche Reinigungsmittel halfen nicht - auch mit Hochdruckreiniger und Stahlbürste ließen sich die vielen, vielen Farbspritzer nicht entfernen. Unsere Einfahrt sah furchtbar aus: farblich betrachtet - die Steine an sich waren noch super in Schuss. Im Internet stieß ich auf diese spezielle Betonlasur, die relativ neu auf dem Markt und auch in unserem Baumarkt in Rot, Hellgrau sowie Anthrazit erhältlich ist. 


Nach der Renovierung unseres Wohnwagens Emma mussten wir auch unsere Einfahrt neu streichen. 

Wir entschieden uns für Anthrazit, weil wir uns davon die höchste Deckkraft versprachen. Da unsere Steine schon sehr alt sind und ein leicht angeraute, offenporige Oberflächenstruktur haben, nahmen sie die Lasur gut auf. Zuvor hatten wir unsere Einfahrt mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und die Fugen von Unkraut befreit. Das beste Ergebnis erzielten wir, indem wir die Lasur zuerst satt mit einem Pinsel auftrugen und in einem zweiten Durchgang noch einmal mit einer Rolle. Mein Mann setzte sich beim Streichen auf ein Rollbrett und fuhr damit zwischen den Steinen hin und her, was für ihn und seinen Rücken bequemer war. 




Bereits nach einer Stunde war die Farbe im ersten Abschnitt getrocknet - wir warteten dennoch eine Nacht, bis wir die Steine wieder betraten - und ich meine Deko endlich wieder im Eingangsbereich platzieren durfte. Das Ergebnis ist phänomenal. Die ersten Monate mit Regen, Kreidemalerei der Mäuse und ganz viel Hin- und Herfahrerei mit dem Auto sind inzwischen vergangen. Die Lasur, die nach Angaben des Herstellers UV-, witterungs- und unter anderem frostbeständig sein soll, wirkt noch genauso frisch wie direkt nach dem Auftragen. Und sollte sie irgendwann einmal verblassen, streichen wir (= mein Mann) unsere Einfahrt einfach erneut.





Da das Umfärben der Plastersteine so gut geklappt hat und wir noch etwas Farbe übrig haben, überlegen wir uns, ob wir auch die hellen, grobporigen Granitfliesen auf der Terrasse damit streichen. Weil jedoch auch Magier mal müde sind und ihre Zauberkräfte aufladen müssen, verschieben wir das vielleicht lieber aufs Frühjahr. 

Macht‘s Euch schön
Herzliche Grüße,
Sarah


* Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung für ein Produkt, das wir selbst ausgesucht und mal wieder selbst bezahlt haben. 

Sonntag, 7. Oktober 2018

Glücksmomente 05-2018: Gegrillt, geordnet, geschnappt

Frische Tulpen, ein Käsekuchen, der ausnahmsweise mal gelungen ist, ein selbstgenähtes Kleid, das wie angegossen passt, und zwei Mäuse, die sich vor Lachen auf dem Wohnzimmerboden herumkugeln: Es gibt im Alltag so viele Momente des Glücks, in denen das Herz vor Freude schneller hüpft. Je mehr Raum wir den schönen Augenblicken in Herz und Kopf schenken, desto weniger Platz haben die unschönen. Daher achte ich inzwischen bewusst auf die kleinen Freuden des Alltags - von denen es mehr gibt, als man vielleicht glauben mag. 

Drei bis fünf meiner  Glücksmomente, die ich im Laufe einer Woche gesammelt habe, findet Ihr regelmäßig in dieser Rubrik:

Pizzaglück


Zu trocken, zu wenig und noch dazu falsch belegt oder zu spät geliefert: Mit Pizza vom Lieferservice waren wir bisher nie so ganz zufrieden. Seit einigen Jahren machen wir unsere Pizza daher am liebsten selbst. Das kostet zwar Zeit, spart aber auch viel Geld. Und es ist so herrlich gemütlich. Ich liebe es, wenn wir bei unserem heimischen Pizzabuffet in Jogginghose und Kapuzenpulli am Esstisch sitzen, vor uns nebeneinander vier ganz unterschiedlich belegte Pizzen, die wir Stück für Stück probieren. So auch jetzt wieder.




Wir haben lange gesucht und viel ausprobiert, bis wir Rezepte für den - nach unserem Geschmack - perfekten Teig und eine grandiose Sauce gefunden haben. Schließlich wollten wir Pizza wie bei unserem Lieblingsitaliener essen, jedoch ohne dafür unser Haus zu verlassen. 




Nach unzähligen Versuchen hat mein Mann herausgefunden, wie dünn er den Teig ausrollen muss, damit unsere Pizza zugleich kross und weich genug für Mäusezähnchen ist. Und ich weiß nach ähnlich vielen Versuchen endlich, welche Kräuter in der Sauce von den Mäusen akzeptiert (Oregano, Basilikum, Petersilie) - und welche mit angewidertem Blick akribisch an den Tellerrand sortiert werden (Rosmarin, Thymian). 

Früher hat mein Mann unsere Pizza im Ofen zubereitet (das geht auf unterster Stufe bei 250 Grad auch super), heute backt er unsere Pizza draußen auf dem Grill (genauer gesagt: im Grill - wir haben einen mit Deckel). Denn nachdem wir den ganzen Sommer über Würstchen, Steaks und Gemüse gegrillt haben, stehen bei uns beim Herbst-Winter-Grillen eher Pizza und Braten auf dem Programm.

Drei unserer wichtigsten Tricks, die wir nicht nur beim Pizza-Grillen im Kugelgrill, sondern auch beim Pizza-Backen im Ofen anwenden: 
  • Ich verwende italienisches Pizzamehl (Typ 00), das unter dem Namen "Farina Special per Pizza" in vielen Lebensmittelgeschäften zu finden ist. 
  • Ich lasse die Sauce sehr lange auf dem Herd köcheln, bis sie ordentlich eingedickt ist.
  • Ich gebe ein paar Tropfen Olivenöl auf die fertig belegte Pizza, bevor wir sie auf den Grill geben oder in den Ofen schieben.
  • Ich nehme am liebsten Mozarrella, den wir - in Stückchen gezupft - auf der Pizza verteilen.
  • Wir achten auf die Reihenfolge beim Belegen: Auf den Teig kommt erst die Sauce, dann der Käse und schließlich Schinken oder Salami, Tomatenscheiben, Paprika, Mais und zum Beispiel Peperoni.

Rezept für unsere DIY-Pizza: 

(ergibt etwa sechs große Pizzen) 

Teig 
(angelehnt an ein Rezept von BBQ Pit, das ich leicht abgewandelt habe)


Nein, das sind nicht meine Hände. Sie gehören meinem Mann.

Zutaten: 
  • 800 Gramm Pizzamehl Typ 00
  • 400 Milliliter warmes Wasser
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 60 Milliliter Olivenöl
  • 2 Teelöffel Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 1 Teelöffel getrockneter Oregano

Zubereitung:


Ihr gebt zunächst die Hefe in das warme Wasser, fügt dann alle weiteren Zutaten hinzu und vermengt alles miteinander. Entweder knetet Ihr den Teig etwa 15 Minuten lang mit der Hand oder mehrere Minuten lang mit dem Knethaken Eures Handmixers beziehungsweise Eurer Küchenmaschine. Wenn der Teig geschmeidig ist, lasst Ihr ihn in der Schüssel etwa zwei Stunden an einem warmen Ort gehen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Dann formt Ihr mit bemehlten Händen sechs gleich große Pizzen (etwa drei Millimeter dünn) aus dem Teig. Kleiner Tipp: Wer mag, kann die übrigen Teigportionen auch in kleinen Gefrierbeuteln bis zu einer Woche im Kühlschrank lagern, um ein weiteres Mal Pizza zu backen. Oder sie einfrieren und später bei Bedarf wieder auftauen.

 Sauce:

(angelehnt an ein Rezept aus der WDR-Kochsendung Kochen mit Martina und Moritz)




Zutaten:
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 große Dose geschälte Tomaten
  • 2 Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Rosmarinzweig
  • 3 Petersilienstängel
  • 1 Teelöffel getrockneter Oregano
  • Salz
  • Pfeffer
Zubereitung: 

Ihr schneidet Zwiebel sowie Knoblauch in kleine Stückchen und dünstet sie in einem flachen Topf oder einer Pfanne an - sie dürfen jedoch keine Farbe annehmen. Dann gebt Ihr alle weiteren Zutaten hinzu, lasst die Sauce einmal kurz aufkochen und dann bei niedriger Hitze etwa 20 Minuten lang köcheln, bis sie zu einer dicken, streichfähigen Masse geworden ist und extrem lecker duftet. Den Rosmarinzweig entferne ich, bevor ich die Sauce gleichmäßig dünn auf den Teig streiche, den die Mäuse und wir nach Lust und Laune belegen. 




Ordnungsglück



Je mehr unser Alltag im Chaos der Arztbesuche, Kinderkrankheiten, Tests und Termine versinkt, desto mehr freue ich mich darüber, dass wenigstens in unseren Schränken Ordnung herrscht. So lange zumindest Tuben, Tigelchen und Dosen brav in Reih und Glied stehen, habe ich das Gefühl, unser Familienleben noch einigermaßen im Griff zu haben. Klingt ein bisschen nach Zwangsneurose, ist es aber nicht. Hoffe ich zumindest.




Gleich zwei unserer Schränke und Regale habe ich in dieser Woche aufgeräumt und entrümpelt: unseren Badschrank unter dem Waschbecken und das große Kellerregal, in dem ich gebrauchtes Spielzeug und Kleidung der Mäuse für Basare beziehungsweise Kleinanzeigen aufbewahre. Ich mag das Gefühl, unser Haus und mich von Dingen zu befreien, die alt und kaputt sind, die mir nicht mehr gefallen oder die ich nicht mehr brauche. Indem ich sie an Nachbarn, Freundinnen oder im Kindergarten verschenke, auf Basaren oder übers Internet verkaufe und kaputte Dinge wegschmeiße, schaffe ich Platz: nicht immer gleich für Neues, ich sorge zunächst einmal für Freiräume. So kann positive Energie besser durch unser Haus fließen und bleibt nicht an nutzlosem Gerümpel hängen (das habe ich übrigens aus der lesenswerten Ordnungsbibel Feng Shui - Gegen das Gerümpel des Alltags). 




Ich gehe gern aufgeräumt durchs Leben. In allen Bereichen. Deshalb kläre ich Konflikte auch möglichst direkt und trenne mich auch immer wieder von Menschen, die mir oder meiner Familie nicht gut tun. 
Alles was mich nicht glücklich macht, kann weg. Ob aus meinen Schränken oder aus meinem Herzen. 




Basarglück



Der große Kindersachenbasar in unserer Kleinstadt ist vor allem bei uns Müttern sehr beliebt (hier passiert ja auch sonst nicht viel). Ich hatte Glück: Meine Freundin hat mir netterweise ihren Verkaufstisch überlassen. Deshalb habe ich in den vergangenen zwei Wochen gemeinsam mit den Mäusen emsig Spielzeug und Klamotten aussortiert, die sie nicht mehr wollten oder die ihnen nicht mehr passten. Mit drei Umzugskisten sowie vier großen Tüten voll mit Kleidung und Spielsachen, einer Bücherkiste und einem Kasperltheater fuhren wir am vergangenen Sonntag zur Mehrzweckhalle. Mit zwei Umzugskartons, leeren Tüten, einer nur noch halbvollen Bücherkiste und (leider auch) dem Kasperltheater kehrten wir wieder zurück. 


Unser Keller hat sich deutlich geleert. Die letzten drei Kartons, die Bücherkiste und das Kasperltheater werden wir bestimmt auch noch los - entweder auf dem nächsten Basar oder bei einer Spendenorganisation.


Ich war glücklich über unsere Bilanz: Ich habe nämlich nicht nur gut erhaltene Kindersachen zu niedrigen Preisen an Familien weitergegeben, die sich über diese Schnäppchen freuen. Auch ich selbst habe einige Schnappis ergattert: Langarm-Shirts, gefütterte Chucks, eine senffarbene Daunenweste, eine Handball-Tasche und unter anderem ein Playmobil-Wohnmobil für den Mäuserich. Ein Einrad, Bücher und Schuhe für das kommende Frühjahr für die Zaubermaus. Mit einer Modenschau, bei der uns die Mäuse ihre neuen Errungenschaften präsentierten, endete für uns ein rundum gelungener Basartag. 


Ein Teil meiner Beute: alles für die Mäuse - mal wieder.


Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah


Die Idee zum Wochenglück habe ich von der Bloggerin Fräulein Ordnung, die mich schon häufig inspiriert hat.
** Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung für eine Internetseite, Lebensmittel, eine TV-Sendung und ein Buch.