Mittwoch, 10. Mai 2017

Trommelwirbel, bitte: Mein Outfit Of The Day

Hallo, Ihr Lieben! 😊Wisst Ihr, was das ist? Ein Ganzkörperfoto von mir. Selbst gemacht. Nun gut, der Kopf fehlt - da kann man aber in besonderen Fällen auch mal drauf verzichten. Meine Hände wirken überproportional groß und die Beine unterproportional kurz - muss an der Perspektive liegen (in echt bin ich kleiner 😂)



Dabei geht es mir um etwas ganz anderes: Mein #ootd: #outfitoftheday - wie ich inzwischen auf Instagram gelernt habe. Seit Wochen arbeite ich ununterbrochen daran, ein Foto von mir selbst zu machen, auf dem ich meine Lieblingsklamotten möglichst vorteilhaft präsentiere mehr dazu lest Ihr hier. Wie eine echte Bloggerin. Hat bisher noch nie geklappt. Heute aber ausnahmsweise - ich hab nur leider keine Ahnung, wie (das kriege ich nie wieder hin).

Ihr seht also - einmalig in dieser Form - meine heißgeliebte Noa Noa-Bluse, meine neue Hose von H&M und meine grauen Stiefeletten, die ich ungetragenerweise (darauf lege ich bei Schuhen großen Wert) auf dem Flohmarkt entdeckt habe. Ihr seht auch: die neue Trinkflasche der Zaubermaus (kein Productplacement, sondern lediglich nicht weggeräumt), die endlich mal dichthält. Ihr seht nicht: Das Chaos im verdeckten Teil des Flurs, den Bolognese-Flecken auf meiner Bluse und was die Mäuse in diesem Moment machen, während Mami mit dem Handy vor dem Spiegel steht: Sie beschmieren den Tisch mit Senf und finden das witzig! 

Stattdessen seht Ihr (hier bitte gedanklich einen Trommelwirbel einfügen): Meinen frisch erstandenen kimonoähnlichen Mantel, den der Mäuserich doch tatsächlich für meinen neuen Morgenmantel gehalten hat. "Wenn Mama jetzt im Bademantel zur Arbeit gehen darf, darf ich im Schlafanzug in den Kindergarten...stimmt's, Papa?" Gut, dass mein Mann das verhindert hat: "Nur weil Mama im Bademantel zur Arbeit geht, heißt das noch lange nicht, dass du so etwas auch darfst"😂Pah, Banausen. Mit Euch kann ich jedoch meine Freude teilen, hier ist die Welt noch in Ordnung.

Herzliche Grüße,
Sarah

Sonntag, 7. Mai 2017

Hokuspokus nach Rezept: Süße Honig-Schalotten vom Grill

"Woohoo, it's friday! Oh, wait... I'm a mother!": Ich liebe diesen Spruch, weil er auf den Punkt bringt, wie ich mich vor jedem Wochenende fühle. Und er ist übertragbar: "Schatz, lass uns am Wochenende grillen, dann brauchst du nicht zu kochen", mag aus dem Munde meines Mannes im ersten Moment verlockend klingen, weil ich ja bereits unter der Woche täglich für die Mäuse am Herd stehe (was ich dennoch gern mache). Bis dann mein Verstand einsetzt. Denn nur weil mein Mann sich eine Schürze umbindet (da werden sämtliche Vorbehalte über Bord geworfen), um den Grill anzuschmeißen, heißt das noch lange nicht, dass ich währenddessen auf der Terrasse liege und meine eigenen Chicken Wings in der Sonne brutzeln.




Nee, nee, neeee: Während mein Mann mit viel Hokuspokus und - zuvor eigens in (Weih-😂)Wasser eingelegten - Kirschholz-Räucherchips seinen hoheitlichen Kugelgrill befeuert, stehe ich bereits in der Küche. 
Weil  mein erfolgreicher Absolvent eines professionellen Grillkurses, den ich ihm zum Geburtstag geschenkt habe, die erlernte Theorie eines perfekt medium-rare-gebratenen Rib-Eye-Steaks mit höchster Konzentration, magischem Illusionsrauch und Voodoo-ähnlichen Schwenkbewegungen an unserem Grill in die Praxis umsetzen muss, kümmere ich mich ganz allein um die Beilagen.




Grillen ohne Gemüse ist nämlich für mich wie Grillen ohne Fleisch für meinen Mann: nur halb so lecker. Wenn schon Pulled Pork, Spareribs, Hawaiianisches Huli-Huli-Hähnchen  oder Hühnchen auf der Bierdose (auf Ideen kommen diese Grillgourmets), dann wenigstens mit einer doppelt so großen Portion Salat. Für Kartoffelspalten, Maiskolben und/oder eine Pfanne mit Tomaten, Paprika, Zucchini, Zwiebeln sowie Aubergine muss jedes Mal ausreichend Platz auf dem Rost freigehalten werden.




Neben Tomaten-Mini-Mozzarella-Basilikum-Salat mit Balsamicocreme zählen inzwischen gedünstete Honig-Schalotten zu unseren Lieblingsbeilagen. Auch auf einem Steak-, oder zum Beispiel Putenfilet-Brötchen sind die goldenen, süßen Schalotten ein absoluter Knaller. Und sie schmecken - über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt - selbst kalt am nächsten Tag noch fantastisch. 
Hier verrate ich Euch das Rezept:



Rezept: Gedünstete Honig-Schalotten 


  • Sieben bis acht Schalotten schälen, große Exemplare halbieren (wir machen meistens gleich doppelt so viele, um sie am nächsten Tag noch kalt zu essen).




  • Die geschälten Edelzwiebeln auf die eine Hälfte eines etwa DIN-A4-großen Rechtecks aus Alufolie legen, dann mit einem guten Schuss Flüssighonig beträufeln und eine Prise grobes Meersalz über die Schalotten streuen. 



  • Anschließend die andere Hälfte der Alufolie über die Schalotten legen, die Seitenränder umklappen bzw. so schließen, dass sich daraus eine Tüte ergibt, aus der keine Flüssigkeit austreten kann. Schließlich  das Päckchen bei indirekter Hitze so lange (etwa 20 Minuten) auf dem Grill garen, bis die Schalotten schön weich sind - und die Mäuse vor Hunger durch das gesamte Viertel brüllen. Fertig! 

Selbst der Mäuserich, der empört jedes noch so kleine Stückchen Zwiebel aus seinem Essen friemelt, liebt diese Grill-Schalotten, die im Sommer die heimlichen Stars unseres wöchentlichen Grill-Spektakels sind. Zum Glück ist bald wieder Wochenende. Oh, warte...😅




Herzliche Grüße,
Sarah

Dienstag, 18. April 2017

Glamping: Unser zweites Zuhause auf Rädern

Darf ich vorstellen: Unsere Emma auf großer Jungfernfahrt! ⚓️Weil das Leben zu kurz ist für "irgendwann", haben wir uns im vergangenen Sommer mit dem Kauf eines 25 Jahre alten Wohnwagens recht spontan einen langgehegten Wunsch erfüllt. Mit spontan meine ich: Wir hatten nicht einmal eine Anhängerkupplung an jenem Wochenende (mein Mann liebt mich für diese Ad-hoc-Aktionen 😂).





Im 1990er-Jahre-Buchenfurnier durfte das Interieur des insgesamt super erhaltenen Schätzchens nicht lange bleiben (nicht mit mir). In den Sommerferien bauten wir Emmas Innenleben komplett aus, grundierten alle mehr als 400 Einzelteile höchstpersönlich, strichen sie weiß - und die Steine der Einfahrt versehentlich gleich mit (ich war's nicht, tüdelüdelü...), bevor wir anschließend alle Elemente wieder anschraubten. Nicht, weil wir Langeweile hatten, sondern weil wir es richtig schön haben wollen: immer und überall. Auch der Boden, die Lampen, das Bad, die Polster, das Hochbett der Mäuse, die Heizung und viele weitere Details erfreuen uns jetzt im modernen Landhaus-skandinavisch-shabby-chic-Stil, den wir auch daheim mögen.   



Mit unserer hübsch- und flottgemachten Emma, eigens angebrachter Anhängerkupplung und neuer 100er-Zulassung bewegen wir uns jetzt auf neuem Terrain. 





Als mein Mann und ich noch zu zweit waren, urlaubten wir nämlich ausschließlich in gehobenen Hotels mit mindestens vier Sternen, All-Inclusive-Büfetts und stets frisch gemachten Betten auf den Balearen, Kanaren oder griechischen Inseln. Wir flitterten zuerst in einem Wolkenkratzer in New York,  anschließend in einem Hotel direkt am Strand von Los Angeles, langweilten uns später auf Rügen und verbrachten unter anderem einen Horrortrip auf einem Campingplatz am nordhessischen Edersee, von dem wir nach einer Nacht aufgrund des Quasimodo-Pächters sowie der Gemeinschaftsduschen wieder flohen (klingt verwöhnt...hmm, waren wir sicherlich auch).




Als sich dann die Zaubermaus, Oscar, das Haus und der Mäuserich innerhalb von 23 Monaten zu uns gesellten, und ich beschloss, viel weniger zu arbeiten, war an Urlaub nicht mal ansatzweise zu denken vor lauter Rechnungen für Windeln, Hundefutter sowie Fliesen - wovon (hört, hört) übrigens die Welt nicht untergeht.




Weil wir in diesen drei Jahren in den Ferien zu Hause glücklicher waren als später noch einmal mit beiden Mäusen und der 4,5-Sterne-Lebensmittelvergiftung meines Mannes auf Mallorca, beschlossen wir, unsere zukünftige Urlaubsplanung anders zu gestalten.




Wir wollten unser Zuhause samt Bettwäsche,  eigenem Kühlschrank, Lieblingsspielsachen, vor allem aber Oscar mit auf Reisen nehmen. Und gleichzeitig so flexibel bleiben, dass wir sowohl das Ziel als auch die An- und Abreisetermine jederzeit verschieben können, falls einer von uns krank werden sollte (schon vorgekommen).




Unsere Emma ermöglicht es uns, ganz in Ruhe unsere Wechselsachen in die bestens mit Kaffeemaschine, Waffeleisen und SoundTouch grundausgestatteten Schränke zu verstauen, oder ganz  spontan: ein verlängertes Wochenende in einer Stadt unserer Wahl zu verbringen. Gelassen können wir die Abfahrt auch noch einmal um ein paar Stunden, Tage oder Wochen verschieben, falls zum Beispiel ein nächtlicher Einbruch in unser bereits vollgepacktes Auto dazwischen kommt (auch das hatten wir). Entspannt schlafen wir mit Emma direkt am Strand und sind dabei komplett unabhängig, was die Zeiten und Form des Essens betrifft. 




Praktisch, komfortabel und gemütlich zugleich: So mögen wir unser neues (zweites) Zuhause auf Rädern. Von unserem Zweitwohnsitz begeistert sind nicht nur die Mäuse, die in ihren Hochbettkojen sogar durchschlafen - vor allem, wenn der Regen auf das Dach prasselt.




Auch Oscar, der auf dem Campingplatz neue Hundekumpels kennenlernt, mein Mann, der überall glücklich ist, wo sein Weber-Grill neben ihm steht, und ich: Wir lieben simples Camping mit einer Prise Glitzer und einem Hauch von Glamour: Glamping eben.




Macht es Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah


Freitag, 31. März 2017

Mein Mantra: Immer schön gelassen bleiben

Ich erinnere mich, wie ich einst in meiner Küche stand und mich ärgerte. Immer schneller hackte mein Messer durch die Kartoffeln, Zucchini und Möhren, aus denen ich eigentlich einen Gemüseauflauf zubereiten wollte. Ich ärgerte mich über den Rentner, der mich vor dem Einkaufsmarkt zurechtwies, weil ich nicht gegen, sondern mit dem Uhrzeigersinn die noch leere Parkfläche befahren hatte. "So ein Spießer", dachte ich, während einer meiner Finger, zufälligerweise der mittlere, wütend zu zucken begann. 




Ich ärgerte mich über einen damaligen Auftraggeber, der einen meiner Artikel vor lauter übersprudelnder Kreativität zur Hälfte umschrieb. "So ein Dilettant", dachte ich. Ich ärgerte mich über den nie kleiner werdenden Wäscheberg in der Waschküche ("muss das sein?"), dass Eltern ihre Kinder immer wieder mit akuten Erkrankungen in öffentliche Einrichtungen gaben ("das muss doch nicht sein!"), dass eine Frau aus der Gegend regelmäßig meine Outfits kopierte, und dass das Nutella-Glas im Schrank schon wieder halbleer und nicht mehr halbvoll war.




Am meisten aber ärgerte mich, dass ich mich über all diese Belanglosigkeiten ärgerte. Ich vergeudete meine Zeit und Kraft mit Gedanken über Menschen, die sich selbst keine weiteren Gedanken über mich machten. In diesem Moment in meiner Küche, in der aus dem geplanten Auflauf schließlich ein Püree wurde, war ich vor allem wütend auf mich selbst. Ich wünschte mir Gelassenheit. Nicht nur eine Gummibärchentüte voll Gelassenheit, sondern eine doppelte Portion mit so viel Nachschlag, dass ich noch lange davon zehren würde.



Weil ich gelernt habe, dass man sich selbst ändern kann, jedoch nicht andere Menschen, habe ich vorbildlich bei mir angefangen: Auf der Suche nach Gelassenheit bestellte ich mir Bücher wie "Gelassenheit beginnt im Kopf". Ich besorgte mir einen Ayurvedischen Kräutertee mit der Aufschrift "Innere Gelassenheit" und kaufte mir einen ziemlich teuren Badezusatz, der diese versprach. Hat alles nicht viel gebracht. Ich fragte meinen Mann, der mit mir zwei Kinder, einen Hund, Tisch, Bett, Auto und Konto großzügig teilt, ob er mir von seiner grenzenlosen Gelassenheit ein klitzekleines Häppchen abgeben könnte, doch der lachte nur und sagte: "Nimm Dir nicht alles so zu Herzen." Männer eben.  




Gelassener bin ich, seit ein Schicksalsschlag unser Leben verändert hat. Seitdem sind viele "Sorgen" so trivial - bis auf die um meine Kinder.
Gelassener bin ich auch, seitdem ich unser Haus so gestalte, wie es mir (und meinem toleranten Mann dann auch) gefällt, und seitdem ich viele schöne Rituale, "Me-Time-Parts", in meinen Tagesablauf einbaue - so bleibt mir nicht mehr viel Zeit, um mich zu ärgern.


Stattdessen schenke ich mir selbst ganze Stunden, um glücklich zu sein. Dazu gehört Yoga. "Bleib auf Deiner Matte. Schau nicht, was die anderen Yogis neben Dir machen, selbst wenn sie sich auf den Kopf stellen", hat eine kluge Yoga-Lehrerin einmal zu uns gesagt. Mein persönliches Mantra - ich glaube, das ist das Geheimnis von Gelassenheit.  

Bleibt auf Eurer Matte!
Herzliche Grüße,
Sarah

Montag, 20. März 2017

Zwei tapfere Schneiderlein

Wenn der Vater mit dem Sohne einkaufen geht, tanzen Frau Maus und die Zaubermaus zu Hause um den Tisch herum. Denn im Esszimmer habe ich sie jetzt mal wieder aufgebaut, meine heißgeliebte Nähmaschine.




Mit dem beruhigenden Surren einer Singer-Nähmaschine verbinde ich jede Menge Kindheitserinnerungen. Als gelernte Schneiderin brachte meine Mama mir als kleines Mädchen bei, wie ich den Unterfaden auf die Spule wickelte, Knöpfe befestigte, den Faden durch das Nadelöhr friemelte und mit meiner Kinder-Nähmaschine erste Taschen anfertigte.




Nach 20-jähriger Abstinenz habe ich mir im vergangenen Jahr eine gebrauchte Singer gekauft. Zunächst aus der Not heraus: Wir benötigten dringend neue Bezüge für unsere Wohnwagen-Sitzecke. Mithilfe eines Tutorials, das ich im Internet gefunden hatte, und einigen - gut gemeinten - telefonischen Anweisungen meiner Mutter bezog ich die Polster neu. Weil Nähen für mich ähnlich guttuend ist wie Yoga, Backen, Baden, Lesen und Shoppen, nehme ich mir dafür immer mal wieder einen Nachmittag Zeit. Es folgten - mit meiner neuen, computergestützten Singer Brilliance, die ich mir inzwischen zugelegt habe, und weiteren Video-Tutorials - Kapuzenpullis mit Sternchen, Loops mit Ankern und Mützen mit Streifen für die Mäuse, die (noch) alle Kreationen ihrer Mama mit Stolz im Kindergarten präsentieren. 




Jetzt, an unserem Mädelsnachmittag, habe ich mit der Zaubermaus ein komplettes Kleid genäht. Vergraben in einem Berg von rosafarbenem Stoff mit weißen Pünktchen, den ich über Die kleine Stoffmaus günstig erstanden habe, verheddert in meterlangen Satinbändern und umgeben von Schnittmuster-Schnipseln, haben wir mal wieder wertvolle Mama-Maus-Momente an der Nähmaschine gesammelt.




Für das Schnittmuster Talia von Lieblingsnaht zog die Zaubermaus immer neue Stoffreste aus meiner Schneiderkommode hervor, schnitt kurzerhand in Eigenregie (so schnell konnte ich gar nicht gucken) die hellblaue Tasche nach der Vorlage aus und wandelte die ursprünglich langen Ärmel der Tunika in kurze um - was zum nahenden Sommer tatsächlich auch besser passt. Kluges Kind.




Die Zaubermaus und ich sind extrem stolz auf unser luftig-fluffiges Ergebnis mit gerafftem Saum, Puffärmelchen, Satinschleife an der hellblauen Vichy-Karo-Tasche und vielen kleinen Schönheitsfehlern, die zum Glück nur beim ganz genauen Hinschauen auffallen...(bitte nicht ranzoomen)!




Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah

Freitag, 17. März 2017

Verrühren, vorführen, verführen: Backen mit Effekt

"Mama, was ist ein Verrühreffekt?", wollte die Zaubermaus wissen - neuerdings aufmerksame Radiohörerin. "Hmm. Ein Vorführeffekt ist, wenn Mama einen  Kuchen backen will, der sonst immer gelingt, wenn wir ihn allein essen wollen. Backt Mama allerdings zum Beispiel einen Rührkuchen für unsere Freunde oder Besuchskinder, vergisst Mama die Eier oder das Mehl ("Verrühr-Effekt"), bleibt der Teig - selbst nach mehrstündiger Backzeit - noch flüssig oder der komplette Kuchen anschließend in der Form haften, woraus Mama ihn nur in tausend Stücken befreien kann, wenn sie mit der Backform wutentbrannt ganz, ganz fest auf die Arbeitsplatte haut." Die Zaubermaus nickte. Das kannte sie schon.




Zum Glück haben wir stets freundlichen Besuch, der sich vollkommen unkompliziert mit dem desaströsen Krümelhaufen begnügt, den ich  nach meiner Backsession verschämt als speziellen "Maulwurfkuchen" präsentiere. Oder einen Fertigkuchen im Kühlschrank. "Backen hat viel mit Chemie zu tun" hat die bezaubernde Katharina Küllmer von ess.raum neulich gesagt - eine, wie ich finde, der besten Food-Fotografinnen und unter anderem Kochbuch-Autorinnen (kein gesponserter Post) -, als ich ihr während eines Interviews von meinen frustrierenden Backergebnissen erzählte. Tja. Seitdem weiß ich, woran es liegt: Ich habe Chemie nach der elften Klasse abgegeben, da ich bis heute nicht eine einzige Gleichung aufstellen kann und stets ungenau beim Mischen der Stoffe war. 




Weil ich es jedoch liebe, die verschiedenen Zutaten in meiner Küchenmaschine zu verrühren, ein wenig vom Teig zu naschen, und wenn sich anschließend der Duft nach Vanille, Zimt oder Zitrone im ganzen Haus verteilt, backe ich tapfer weiter.




Dass mein Zitronen-Gugelhupf vor kurzem tatsächlich so gelungen war, dass ich voller Stolz ein paar Stücke unseren Nachbarn zum Probieren über den Zaun reichte, liegt offensichtlich am Rezept von Katharina Küllmer. Es war eines der ersten, das ich aus ihrem Kochbuch Aromenfeuerwerk - Gerichte mit Gewürzen, Kräutern und Früchten ausprobiert habe, das einen festen Platz auf der Fensterbank in meiner Küche hat. Vielleicht war es der griechische Joghurt, vielleicht die Mischung aus Orangen- und Zitronensaft oder der Hauch von Rosmarin, den ich zuvor noch nie bei Süßspeisen verwendet habe: Whatever - der durch und durch saftige Kuchen hüpfte aus der Form, glühte magisch-golden von allen Seiten und schmeckte himmlisch. 




Als Beweis für all unsere zukünftigen Besucher, die möglicherweise an meinen Backkünsten zweifeln werden, habe ich das Ergebnis fotografiert. Ich hätte ein paar Stücke einfrieren können - als ich jedoch zurück in die Küche kam, war vom Gugelhupf fast nichts mehr übrig. Aufgefuttert von den Mäusen. Das nennt man dann wohl Verführ-Effekt. 

Macht's Euch schön!
Herzliche Grüße,
Sarah  

Samstag, 4. März 2017

Finde den Fehler

Der Mäuserich interessiert sich bereits sehr für Deko - auf seine Art (ganz der Papa): Er liebt es zum Beispiel, jeden Tag nach dem Kindergarten seine Mütze, Handschuhe, Jacke und Tasche großzügig  auf unserem Fußboden im Flur zu drapieren. Auch arrangiert der Mäuserich seine angebissenen Äpfel und vollgeschnupften Taschentücher stets so in unserem Wohnzimmer, dass sie jedem Besucher sofort ins Auge fallen. Zudem hat der kleine Kerl eine Vorliebe für exklusive, möglichst teure, zerbrechliche Deko-Objekte, die er mit Freude anfasst und hochhebt - was zu Hause  kein Problem ist, weil wir weder exklusive noch teure Gegenstände besitzen - in den Glas- und Porzellanabteilungen diverser Geschäfte, nun ja, möglichst milde formuliert: nicht immer grad von Vorteil ist (und häufig das komplette Personal mit Eimer und Kehrschaufel auf den Plan ruft).




Neulich hat der Mäuserich mir beim Dekorieren geholfen und heimlich einen seiner Stoffbälle in den Kerzenständer geschmuggelt. Von der Größe her passt er ja - nur an der Farbauswahl müssen wir noch etwas arbeiten...




Ich will den Mäuserich ja nicht in seiner expressiven Kreativität stoppen, aber: (vorsichtig ausgedrückt): Die Neonfarben (des Zwillen-Stoffballs, mit dem er sonst vorzugsweise auf seine Mama zielt)  harmonieren nicht soooo ganz mit unserer restlichen Einrichtung (Interieur-Desaster): Man könnte sie aber vielleicht auch als gewollt-eindrucksvollen Kontrast definieren (ich schreib mir alles schön). :-) Macht's Euch fein!

Herzliche Grüße,
Sarah