Sonntag, 3. Januar 2021

Glücksmomente 01-2021: Fensterschau, Rückschau und Ausschau

Wisst Ihr, woran ich merke, dass es mal wieder Zeit ist, an dieser Stelle von mir hören zu lassen? Wenn die Gassirunde so manch heimlicher Leserin aus unserer Kleinkleinstadt plötzlich wieder zufällig an unserem Haus vorbeiführt. Denn wenn ich einige Wochen lang auf diesem Blog keine Einblicke in unser Haus und unseren Alltag gewähre, macht sich die Dame höchstpersönlich mit ihrem Hund auf den Weg, um ganz unauffällig hinter ihrer XXL-Sonnenbrille in unsere beleuchteten Fenster zu schauen. Das weiß ich deshalb so genau, weil ich den ganzen Tag über hinter diesen beleuchteten Fenstern sitze und rausschaue. 





Dass uns jemand ohne An- und Abstand zu nahe kommt, wollen wir nicht riskieren. Wir bleiben ja  jetzt eh alle besser zu Hause. Also biete ich ab sofort wieder online kostenlose Inspirationen rund um die Themen Renovieren und Dekorieren, Ordnung und Chaos, Küchenliebe und Kinderkram an. Getreu dem Motto "Stay home, stay safe, stay away!"





Da bin ich also wieder. Wo waren wir stehen geblieben? Wartet, ich scrolle kurz ein bisschen runter. Ah, ich sehe: Im Mai 2020 habe ich mich zuletzt auf diesem Blog mit ein paar Glücksmomenten gemeldet. Seitdem ist so einiges passiert in unserem Leben - anderes nicht. Corona ist noch da, unser Wohnwagen Emma nicht mehr. Dafür lebt jetzt Hugo bei uns. Doch das erzähle ich Euch mal in Ruhe. 





Jetzt erstmal (Achtung, Spoiler!) die wohl wichtigste Nachricht für einige Verwandt*innen und (Ex-) Bekannt*innen meines Mannes vorweg, die diese Zeilen eh nur hastig überfliegen: Mein Mann ist immer noch mit mir verheiratet. Ja, seit elf Jahren. Ja, glücklich. Das behauptet er sogar selbst ab und zu. Und nun die wohl wichtigste Nachricht für alle Anderen, die uns wirklich mögen: Wir sind weiterhin gesund, munter und sooo dankbar dafür, waren bisher nicht ein einziges Mal in einem Corona-Testzentrum oder in Quarantäne und beten inständig, dass das auch in diesem Jahr so bleibt.





Mit Abstand betrachte ich die vergangenen Monate im Zeitraffer so: 


  • Seit Frühjahr 2020: 

Viele, viele Sorgen und Ängste auf verschiedenen Ebenen rund um diese furchtbar ätzende, kräftezehrende Pandemie; 

    überall: Masken, Desinfektionsmittel, Statistiken, Regeln und Menschen, die sich mal an die AHA-               

    Regeln halten und mal nicht - und zwar mitunter je nachdem, ob sie müssen, wollen oder es ihnen

    situationsbedingt grad eben in den Kram passt;   

    mittendrin: zwei Mäuse, die nach Wochen voller Homeschooling mit Mutti zwischendurch wieder an   

    fünf Tagen pro Woche überglücklich zur Schule gingen und sogar mit Freude ihre Hausaufgaben   

    machten; und zwei Erwachsene, die ihre Jobs zum Glück mit bislang nur wenigen Einbußen behalten            

    durften.

 

  • Juli 2020: 

Ein Nachmittag voller Blut in der Notaufnahme des städtischen Krankenhauses, da ein Mann, der anonym bleiben möchte, "versehentlich" das komplette Paletten-Hochbeet auf den linken (Bar-)Fuß seiner Frau fallen ließ, (nachdem er sie davor viel zu leise gewarnt hatte), die daraufhin mitten in der Sandalen-Saison! unter Tränen ihren frisch pink lackierten Großzehennagel verlor, der noch immer nicht komplett wieder nachgewachsen ist  (ja, sie sind noch immer verheiratet). 







  • Sommerferien 2020:

Ein stornierter Fast-unter-Palmen-Traum-Urlaub-in-Südfrankreich; stattdessen ein spontaner, zweiwöchiger Safety-First-Aufenthalt mit kilometerweitem Abstand zu anderen Menschen im Wohnwagen Emma auf altbekanntem Campingplatz im niederländischen Groede.  





  • August 2020: 

Die allererste Achterbahn-Fahrt im Leben einer Frau (die sich 39 Jahre lang fest vorgenommen hatte, so etwas nie, nie, niemals zu tun), gemeinsam mit ihrem Sohn, für den sie aus Mutterliebe ihre Todesangst überwand. Aber ohne ihren Mann, der zuvor bereits im Kettenkarussell für Kleinkinder fast kollabiert wäre und weiterhin anonym bleiben möchte (japp, sie sind trotzdem noch verheiratet).





  •  Gesamter Sommer 2020:

Viele Nachmittage im eigens angeschafften Garten-Pool samt DIY-Holz-Häuschen für die Sandfilterpumpe (das der anonyme Mann dieses Mal allein mithilfe eines Rollbretts durch den Garten transportierte und somit gar nicht erst auf den Fuß seiner Frau fallen lassen konnte); dafür zum ersten Mal seit fast 40 Jahren kein einziger Besuch im Freibad, weil unter anderem noch nicht klar war, ob Coronaviren eventuell schwimmen können.





  • September 2020:

Erfolgreich bestandene Fahrradprüfung der Zaubermaus: Seitdem müssen wir mit unserer Tochter auf der Straße radeln und uns ordnungsgemäß auch an die passenden Verkehrsregeln erinnern (dabei habe ich mich mit den Mäusen und meiner Rechts-(vor-)Links-Schwäche auf den Bürgersteigen so schön sicher gefühlt).





  • November 2020:

Zwei weiß-gelbe Judo-Gürtel für die Mäuse, die zwischen all dem Tohuwabohu eine Trainingsstunde und offene Turnhalle erwischten, in der sie ihre Prüfung ablegen konnten.


  • Seit das so beschlossen wurde:

Noch mehr Zeit als sonst mit den Mäusen, die ich täglich in der Regel noch vor 12 Uhr von der Schule abhole, weil sie keine Betreuungskinder sind und alle Arbeitsgemeinschaften ausfallen; die nachmittags kaum Verabredungen mit ihren Freunden sowie kein Vereinsprogramm mehr haben. 

Weniger Zeit für mich und zum Beispiel diesen Blog. Aber, so what: Unsere Kinder möglichst unbeschadet und stets fröhlich durch diese noch nie dagewesene sowie manch andere Krise in Zukunft zu bringen, ist für uns als Eltern nach wie vor das Wichtigste. Und das klappt bisher echt gut. Meistens. Häufig. Manchmal. Mitunter sogar selten.  





Wir hatten seit Mai einen ganzen Haufen voller Glücksmomente - trotz der widrigen Umstände. Und - das mag vielleicht absurd klingen - manchmal sogar gerade deswegen. Stichwort: Entschleunigung, Achtsamkeit und so, womit man sich diese Phase durchaus auch immer wieder schönreden kann. Weil ich es mir jedoch angewöhnt habe, so gut wie nie zurückzuschauen und ausschließlich nach vorn, und zwar ganz wichtig: Tag für Tag, berichte ich ab sofort lieber wieder von den aktuellen Augenblicken, die mir ein Lächeln ins Herz zaubern. Und das nicht erst wieder im Mai. Hand aufs Herz. 





Den Beginn mache ich mit einem seelenwärmenden Rezept, das uns vor Weihnachten ein wohliges Bauchgefühl verursachte und uns auch noch an so manchem Wintertag begleiten wird. Weil der Mäuserich in der Schule das Gedicht Bratapfel gelesen hatte und sich so gar nichts darunter vorstellen konnte, machte ich gleich mehrere davon. Eine Premiere für mich, die - kaum zu glauben - auf Anhieb gelang. 


Das Rezept habe ich vor Jahren in einer Zeitschrift gefunden, jetzt ausprobiert und nach unserem Geschmack beziehungsweise Zutaten-Vorrat abgewandelt:



Bratäpfel





Zutaten:

(für vier Personen)


  • 4 große Äpfel (zum Beispiel Pink Lady, Elstar, Braeburn, Jonagold)
  • 60 Gramm gehackte oder gestiftete Mandeln (oder Haselnüsse zum Beispiel)
  • 100 g Marzipanrohmasse
  • 4 Esslöffel Butter
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Prise Nelkenpulver
  • Aroma: Rum oder Vanille, wer mag, kann auch eine Vanilleschote auskratzen und das Mark verwenden


Zubereitung:


Ihr heizt den Backofen auf 180 Grad (Umluft) vor und fettet die Auflaufform mit  Butter ein.

Jetzt gebt Ihr einen halben Esslöffel Butter in eine Pfanne und röstet die Mandeln darin goldbraun an. 





Nun lasst Ihr den Rest der Butter in einem Topf schmelzen (anschließend etwas abkühlen lassen). 

Danach gebt Ihr die Marzipanrohmasse in kleinen Stückchen, die Mandeln, das Nelkenpulver, den Zimt und etwas Vanille- oder Rumaroma (nach Belieben) zu der Butter und vermengt das Ganze.





Jetzt wascht Ihr die Äpfel und schneidet den oberen Teil ab (bitte noch aufheben). Anschließend nehmt Ihr das Gehäuse mit einem Messer oder Apfelausstecher großzügig heraus, sodass ein größerer Hohlraum entsteht, in den Ihr die Mandel-Marzipan-Masse füllt. 





Nun setzt Ihr die Deckel wieder drauf und stellt die Äpfel in die Auflaufform. Zum Schluss schiebt Ihr die Auflaufform für etwa 20 Minuten in den Backofen.





Dazu schmecken Vanillesauce oder Vanilleeis zum Beispiel.





Passt bitte gut auf Euch, Eure Liebsten und am besten auch auf alle anderen Mitmenschen auf!


Herzliche Grüße,

Sarah


Dieser Beitrag enthält ausnahmsweise keine Werbung. Höchstens unbezahlt und unbeauftragt für Bratäpfel.

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